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Haarers Kinderbuch »Mutter, erzähl’von Adolf Hitler!« und ihre Tätigkeit als »Sachbearbeiterinfür Rassenpolitische Fragen« lassen erkennen, wie tief sie sich auf die NS-Ideologie eingelassen hatte. Im ersten Teil erscheinen ihre in hohem Alter verfassten Lebenserinnerungen bis 1933 und der Internierungszeit. Sie zeigen die Unbelehrbarkeit einer Frau, die ihre Verfehlungen verdrängt und den Anschein von »Normalität« erweckt. Andererseits begegnet uns ein starkes junges Mädchen, das sich seinen Weg erkämpft. Welche Dynamik ließ diesen Lebensweg einmünden in die Massenbewegung der überzeugten Nationalsozialisten? Zwischen Gertrud, dem fünften und letzten Kind, und ihrer Mutter hat nie ein wirklicher Dialog stattgefunden.

Im zweiten Teil versucht die Tochter in ihrer Autobiografie den Dialog mit der »inneren« Mutter aufzunehmen, beschreibt den langen, leidvollen Weg ihrer Suche: Wer war sie, diese Mutter? Kann sie identisch sein mit jener Frau, die derart drakonische Erziehungsmethoden vertrat? Von einer Art »Denkverbot« in ihren früheren Jahren kämpft sie sich durch zu einer intensiven inneren Auseinandersetzung mit dem mörderischen Charakter des Nationalsozialismus.

Die Einleitung liefert eine kritische zeitgeschichtliche Einordnung der NS-Ideologin sowie der schwierigen Tochter-Mutter-Beziehung und analysiert den mit Trauer beladenen Prozess der Entidealisierung der Mutter, der den Weg emotional freimacht für neue Bewertungen.

Dr. Johanna Haarer, 1900–1987, Lungenfachärztin, ab 1933 schriftstellerisch tätig mit zahlreichen Publikationen im Sinne der NS-Ideologie; 1945–46 mit Unterbrechung in US-Internierung; dann wieder als Lungenärztin bei Gesundheitsämtern tätig; erneut rege schriftstellerische Tätigkeit.

Gertrud Haarer, geb. 1942, letzte und jüngste Tochter der insgesamt 5 Geschwister, Buchhändlerin und Altenpflegerin; sie pflegte ihre Mutter bis zu deren Tod; lebt heute in Italien.

Rose Ahlheim, Dr. phil., geb. 1943, Analytische Kinder- und Jugendlichen- Psychotherapeutin, langjährige Tätigkeit als Dozentin und Supervisorin am Institut für analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie in Frankfurt/Main, lebt und arbeitet in Berlin.


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Renzensionen:


Rezension in „Kinderanalyse“:

Erstmalig werden in diesem Buch die Autobiographie von Johanna Haarer und die ihres fünften und jüngsten Kindes, Gertrud Haarer, veröffentlicht. Für die Idee, beide Lebensberichte nebeneinanderzustellen, müssen wir Gertrud Haarer und der Herausgeberin dankbar sein, nicht nur weil dadurch ein langer Zeitraum deutscher Geschichte lebendig wird - die Mutter wird 1900 geboren, die Tochter im Jahr 1942 -, sondern auch deshalb, weil wir unmittelbar konfrontiert werden mit zwei gegensätzlichen Ansätzen, erinnernd über sich selbst nachzudenken. Johanna, die Frau, die immer recht hatte, schreibt aus der Perspektive der fraglosen Lebensbewältigung, die keine offenen Fragen, keine Schmerzen als die der Gekränktheit kennt. "Ich will einfach und ehrlich über mein Leben schreiben, aber nicht langweilig von A-Z, sondern nur die Geschehnisse und Bilder, die mein Gedächtnis bewahrt hat, und will dabei ruhig <ich> sagen."[...]
(Quelle: Kinderanalyse 22(1), 2014, www.kinderanalyse.de)  

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Andere Rezensionen:

  • Zeitschrift "Kinder- und Jugendarzt", 44. Jg. Nr. 9 (2013), S. 509.: Hier
  • Analytische Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapie, Ffm., Heft 2/2013, S. 306-310 (0,3 MB)Hier
  • Dr. med. Mabuse. Zeitschrift für alle Gesundheitsberufe, Nr. 202 (März/April) 2013, S: 62. (JPG 1,5 MB)Hier
  • Tribüne. Zeitschrift zum Verständnis des Judentums, 51. Jg. Nr. 204, Frankfurt/M. 2012, S. 203.Hier
  • Zeitschrift für Geschichtswissenschaft, 60. Jg. Nr. 10 (2012), S.871-873. (PDF. 2,7MB)Hier
  • Zeit 31.05.2012Hier
  • pfv. Fachverband für Kindheit und Bildung. Rundbrief I/2012, Berlin 2012.Hier
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