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Die Untersuchungen von René Spitz zum Hospitalismus haben gezeigt, daß ausreichende Ernährung und Versorgung allein nicht ausreichen: Kinder brauchen für eine gesunde psychische Entwicklung auch Bindungspersonen, die ihre emotionalen Bedürfnisse befriedigen. Vor dem Hintergrund der Bindungstheorie von John Bowlby konnte die Bindungsforschung nachweisen, daß eine Vernachlässigung der frühen emotionalen Bedürfnisse eines Säuglings Schädigungen in der Hirnreifung zur Folge hat.
Diese sind eine Ursache für die Entwicklung von schweren psychopathologischen Auffälligkeiten, die wir auch als Bindungsstörungen diagnostizieren. Wenn die elterlichen Fähigkeiten zur Förderung der emotionalen Entwicklung ihres Kindes nicht ausreichen oder sich schädigend auswirken, wird oft eine Fremdbetreuung des Kindes in einer Pflege- oder Adoptivfamilie erwogen. Dies kann zu neuen, »heilenden« Bindungserfahrungen des Kindes führen.

Die Beiträge erläutern die rechtlichen Zusammenhänge und Fragen wie etwa Besuchskontakte, betreuter Umgang oder Rückführung des Kindes in seine Ursprungsfamilie unter bindungs dyna mischen Gesichtspunkten.

Mit Beiträgen von:
Theodor Hellbrügge, Stephen J. Suomi, Kim A. Bard, Mechthild Papou ek, Michael Rutter, Zdenek Matejcek, Jaróslav turma, Ludwig Salgo, Dana E. Johnson, Miri Keren, Angie Hart, Karl Heinz Brisch.

3. Aufl. 2009 gebunden mit Schutzumschlag ca. 10 Tabellen 278 Seiten. ISBN: 978-3-608-94182-1

Weitere Informationen können Sie auf der Webseite des Klett Cotta Verlags einsehen:

Zum Buchtitel "Kinder ohne Bindung. Deprivation, Adoption und Psychotherapie": hier

Zur Autorenseite von Karl Heinz Brisch: hier

Pressestimmen/ Rezensionen:

»"Kinder ohne Bindung" behandelt frühe Deprivationserfahrungen und ihre Manifestation als Bindungsstörungen, intellektuelle Defizite sowie physische Mangelerscheinungen und diskutiert einige Möglichkeiten der Regeneration vor allem nach Adoptionen. Das Buch präsentiert die Beiträge einer Konferenz, die mit hoher internationaler Beteiligung ... zu Ehren von M. Rutter (Institute of Psychiatry in London, United Kingdom) organisiert worden war... Rutters Beitrag über die psychischen Auswirkungen früher Heimerziehung gehört zu den faszinierendsten wissenschaftlichen Abhandlungen dieses Buches, der unschätzbare Erkenntnisse über die Entwicklungspathologie rumänischer Heimkinder und ihrer Begegnung durch die weltweit eingeleiteten Adoptionen nach dem Zusammenbruch des Ceaucescou-Regimes zusammenfassend darlegt... Die wissenschaftliche Auseinandersetzung zu Entwicklungsproblemen nach frühkindlicher Deprivation und Vernachlässigung wird zudem durch Erkenntnisse aus der Grundlagenforschung erweitert... T. Hellbrügge (Internationale Akademie für Entwicklungs-Rehabilitation München), der das Buch mit einem historischen Abriss über die Deprivationsforschung einführt, (zeigt) dabei das Spektrum von Deprivationssystemen und psychopathologischen Entwicklungsmustern (auf)... Es ist ein äußerst empfehlenswertes Buch, das vor allem in die Hände derer gehört, die sich mit der Betreuung von Pflege- und Adoptivkindern befassen und in therapeutische Maßnahmen für diese Kinder einbezogen sind.« Liselotte Ahnert (socialnet, 28.2.2006)

»Das von Brisch und Hellbrügge vorgelegte Werk erwirbt sich mehrere große Verdienste:es ist im besten Sinne international, weil es sich nicht auf amerikanische Importe beschränkt; es ist von erheblicher wissenschaftshistorischer Bedeutung, weil es die erste Generation europäischer Deprivationsforscher und deren Schüler zu Wort kommen läßt; es ist interdisziplinär angelegt, weil die Autoren aus unterschiedlichen Fachrichtungen kommen; es ist praxisorientiert, weil die meisten Autoren aus der Praxis stammen und weil es in klarer, sehr lesbarer Sprache geschrieben ist. Für unsere nachwachsenden und vielfältig bedrohten Kinder wollen wir hoffen, daß dieses Buch von möglichst vielen beruflich und politisch Verantwortlichen gelesen und beachtet wird!«
Kurt Eberhard (www.agsp.de, Februar 2006)

»Die Bindungsforschung hat sich mit ihrem britischen Pionier John Bowlby (1907-1990) seit der Nachkriegszeit kinderpsychiatrisch etabliert. Reale frühkindliche Erlebnisse in der Beziehung zu den Eltern bestimmen demnach die Entwicklung eines Kindes grundlegend. Bindungstheorie ist ein sozialpsychologisches und psychoanalytisches Konzept, mit dem das enge emotionale Verhältnis erklärt wird, das sich zwischen Kleinkind und Mutter entwickelt. Mit der Psychoanalyse hat sie gemein, dass frühkindliche Erlebnisse ein Schlüssel zur Erklärung der gesamten weiteren Entwicklung eines Menschen sind. Dabei werden sowohl die förderlichen wie mangelhaften Bindungen untersucht. In diesem Band geht es um die Mangelsituation, die Deprivation. Als (emotionale) Deprivation oder Deprivationssyndrom bezeichnet man in der Kinderheilkunde die mangelnde Umsorgung bzw. Vernachlässigung von Babys und Kleinkindern. Dauert die Deprivation länger an, kommt es zu psychischem Hospitalismus und fatalen Folgen fehlender Bindungserfahrungen. Die Beiträge dieses Buches beleuchten diesen Sachverhalt aus verschiedenen Perspektiven, zeigen aber auch Möglichkeiten der Heilung auf.«
Jens Walter (www.lehrerbibliothek.de, Januar 2006)

»Dieses Werk zeichnet sich durch eine Fülle von Information, stimmigen Aufbau, eine klare Sprache und eine breite, schulenübergreifende Perspektive aus. Es liefert eine Fülle von Anregungen für die Praxis auf der Grundlage breiten empirischen Wissens und ist unverzichtbar für alle, die in Sozialarbeit und Heilpädagogik, Jugendhilfe, Pädiatrie, Psychologie, Psychiatrie ... für Kinder mit einer schwierigen Geschichte Verantwortung tragen.«
Franz Wienand, Facharzt für Kinder- und Jugendpsychiatrie, Psychotherapie und Psychoanalyse

»... Für unsere nachwachsenden und vielfältig bedrohten Kinder wollen wir hoffen, daß dieses Buch von möglichst vielen beruflich und politisch Verantwortlichen gelesen und beachtet wird!«
Kurt Eberhard (www. agsp.de, Februar 2006)

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