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Dokumentation

Mittwoch, 13.07.2016, 22.45h, 30 Minuten

Jeder Dritte in Deutschland würde gern öfter in den Arm genommen werden, wollen Meinungsforscher herausgefunden haben. Doch Berührung und Nähe sind nicht mehr selbstverständlich. Das Defizit an Wärme und Geborgenheit erleben viele Menschen und suchen Ausgleich auf sogenannten Kuschelpartys. Für ein paar Stunden liegen sich fremde Menschen in den Armen. In der ZDFzoom-Dokumentation erklärt Deutschlands führender Tastsinnforscher Dr. Martin Grunwald, was sich biochemisch im Körper bei Berührungen abspielt. Der Leiter des Haptik- Forschungslabors in Leipzig zeigt, dass die Entspannung nach einer Massage sogar gemessen werden kann.

Der Leiter der Schreiambulanz für Babys in Bremen, Thomas Harms, demonstriert wie es Eltern gelingen kann, mit ihren Kindern durch Berührung in besseren Kontakt zu kommen. Guter Körperkontakt hilft den Kleinen und den Großen, die verlorene Balance wieder zu finden.

In Miami  erleben die Autoren Paul Amberg und Halim Hosny, wie die renommierte Psychologin und Direktorin des Touch Research Institute, Dr. Tiffany Field, zu früh geborenen Babys mit Massage und Berührung bei der körperlichen Entwicklung hilft. Ihre Studien zeigen, regelmäßiger Körperkontakt ist kein Luxus, sondern wichtig für die körperliche Gesundheit.

Berührung virtuell auf große Distanz erleben, noch ist das Zukunft und Forschung. Doch in den USA arbeiten Wissenschaftler auch daran. Die ZDFzoom-Autoren erleben im Labor, wie elektronisch aufgezeichnete Berührung in die Hand des Reporter übertragen wird. ZDFzoom mit einer ungewöhnlichen Reise durch die Welt der Berührung und des Kuschelns.

Film von Paul Amberg und Halim Hosny, Kamera: Maxi Wied, Redaktion: Nicolai Piechota

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Körperkontakt: Fass mich an

Viele Menschen haben kaum Körperkontakt – dabei würden sie gern mal wieder in den Arm genommen werden. Gute Idee. Berührungen können eine Menge bewirken.

Irgendwann in der ersten halben Stunde ergibt sich der kritische Geist. Warme Hände streichen mit sanftem Druck über Rücken, Arme und Beine, in andächtiger Konzentration knetet die Masseurin die Schultern, der Geist driftet in wohliger Geborgenheit. Die Wellness-Massage des Berliner Studios Thranxx gibt es nicht auf Rezept, und sie erhebt auch nicht den Anspruch, ein konkretes Leiden zu heilen. Die Inhaberin wird später etwas von "Chi", "Reiki" und einer "universellen Lebensenergie" erzählen, die durch die Hände ihrer Masseure fließe, und in der seligen Entspannung mag der naturwissenschaftlich geschulte Geist nicht widersprechen.

"Ich lache darüber nicht mehr", sagt Martin Grunwald, der an der Universität Leipzig erforscht, wie taktile Reize auf Menschen wirken, und lacht dann doch: "Streng genommen, handelt es sich ja um nicht mehr als eine Deformation der Haut." Doch die habe fundamentale Auswirkungen auf den menschlichen Organismus – auch ganz ohne den Glauben an eine Chi-Energie: "Unsere Kultur will das oft nicht wahrhaben, aber Berührungen haben für Lebewesen einen Stellenwert wie die Luft zum Atmen." » mehr

Von Birgit Herden 

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