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ab 21.01.2015

ORF1/Wissen: Das Netz neu knüpfen. "Bindung und Migration"

Die Flucht vor Krieg und Vertreibung, Folter und Menschenhandel können lebenslange Traumata bewirken. Aber auch unter weniger dramatischen Umständen ist Migration eine nicht immer leicht zu bewältigende Herausforderung. Der Wechsel in ein anderes Land, vom Dorf in die Stadt, von einem gesellschaftlichen Zusammenhang in einen anderen kann Chancen bringen: stabilere Lebensverhältnisse, mehr Wohlstand, Schutz vor staatlicher Willkür und Konflikten.


Migration bedeutet jedoch auch den Verlust von familiären und freundschaftlichen Bindungen, oft zusätzlich von sprachlichen und kulturellen Wurzeln. In ihrem neuen Umfeld erleben Migrantinnen und Migranten Verunsicherung durch neue Anforderungen, Isolation und Stress, unter Umständen Anfeindungen. All das kann, in Begriffen der Forschung, eine Erschütterung des psychischen Bindungssystems darstellen, indem das Vertrauen in den Schutz durch emotional verbundene Menschen verloren geht.

Welche Risiken für die seelische und körperliche Gesundheit entstehen, und wie beeinflusst Migration Familienbeziehungen und die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen? Was ist für Arbeitgeber/innen und Arbeitskolleg/innen, Lehrerinnen und Lehrer, Fachleute in Pädagogik, Psychologie und Medizin wichtig zu wissen? Welche Formen von Erziehungsberatung, Hilfe und Therapie sind, je nach den gemachten Erfahrungen, aber auch je nach kulturellem Hintergrund betroffener Menschen möglich und hilfreich? Fragen und Forschungsergebnisse rund um Bindung und Migration wurden auf der 13. Internationalen Bindungskonferenz von 10. bis 12. Oktober 2014 an der Ludwig-Maximilians-Universität München diskutiert. (Quelle: ORF.at/Wissen, Sendung vom 20.01.2015, Gestaltung: Johann Kneifs)

Sendung Nachhören (mp3-Datei/ 5MB): Download

Zur Webseite der Internationalen Bindungskonferenz/ Thema "Bindung und Migration": Hier

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