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Deutsche Liga für das Kind Newsletter Nr. 720 September 2018


(1) Weltkindertag 2018 – Schon die Kinderrechte gecheckt?!

„Kinder brauchen Freiräume“, so lautet das Motto des diesjährigen Weltkindertags. Dahinter steht der Appell, Kindern und Jugendlichen endlich mehr Möglichkeiten zu Mitgestaltung und Beteiligung zu schaffen. Wie aber steht es um die Rechte von Kindern und Jugendlichen in Deutschland? Fühlen sie sich ernst genommen? Werden sie bei der Gestaltung ihres Alltags beteiligt? Was stört sie? Was empfinden sie als ungerecht? Unter dem Motto „Check deine Rechte“ hat die National Coalition Deutschland sechs Monate lang Kinder und Jugendliche befragt, wie sie die Rechte nach der Kinderrechtskonvention umgesetzt finden.

„In den vergangenen Monaten haben wir mit Unterstützung unserer Mitglieder hunderte Anliegen von Kindern und Jugendlichen gesammelt“, sagt Luise Pfütze, Sprecherin der National Coalition Deutschland. „Die meisten Äußerungen haben wir zum Thema Bildung und Armut erhalten, dicht gefolgt von Anliegen rund um das Thema Umwelt, Freizeit und Beteiligung. ‚Viele beantragen schon gar keine Hilfen mehr, zum Beispiel bei Klassenfahrten, weil alles so kompliziert ist und man sich auch schämt. Und dann fragt der Lehrer auch noch vor der ganzen Klasse nach dem Formular, schreibt ein Mädchen aus Hessen. Dieses Anliegen hat mich besonders bewegt“.
Die gesammelten Anliegen, in Form von Frage- und Ausrufezeichen, werden am 25. September 2018 von Kindern der Grundschule Coburg-Neuss der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Franziska Giffey, persönlich vorgestellt.
„Die Statements der Kinder und Jugendlichen belegen eindrucksvoll, dass ihre Perspektive unverzichtbar ist, um bewerten zu können, wie es um die Verwirklichung der Kinderrechte steht. Sie fließen ein in die nächste Berichterstattung vor dem UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes. Deutschland wird sich an konkreten Taten zur Verwirklichung der Kinderrechte messen lassen müssen“, sagt Jörg Maywald, Sprecher der National Coalition Deutschland. Die Ergebnisse von „Check deine Rechte" dienen der National Coalition Deutschland als Vorbereitung für einen eigenständigen Kinderrechtereport an den UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes. Hierzu wird Ende des Jahres ein eigenes Beteiligungsprojekt zum UN-Dialog an den Start gehen.
„Anlässlich des Weltkindertages fordern wir die Bundesregierung auf, die wiederholten Mahnungen des UN-Ausschusses ernst zu nehmen und die Kinderrechte endlich in das Grundgesetz aufzunehmen! Eine wichtige Auswirkung wäre zum Beispiel, dass Gerichte und Behörden die Kinder selbst anhören und ihr Wohl mit Vorrang berücksichtigen müssen. Das ist heute nicht immer verpflichtend und wird zudem in der Praxis häufig nicht umgesetzt“, so Pfütze und Maywald.
Zwischenergebnisse wurden fortlaufend auf der FB-Seite der National Coalition Deutschland veröffentlicht.

Quelle: Pressemitteilung der National Coalition Deutschland vom 19.9.2018

 

 

 

(2) Kinder brauchen Freiräume – Kinderkommission zum Weltkindertag am 20. September 2018

„Kinder brauchen Freiräume“ ist das Motto des diesjährigen Weltkindertags. Dazu erklärt die Vorsitzende der Kinderkommission, Bettina M. Wiesmann MdB: „Kinder brauchen Freiräume, in der Tat! Dies ist ein Kern des Heranwachsens in unserer Zeit: Kinder müssen neben allen Anregungen und angeleiteten Erfahrungen auch in Ruhe und ungestört sein, immer wieder. Denn Kinder brauchen den Raum, die Freiheit zum selbstbestimmten Spiel, zu ungesteuertem Ausprobieren und Entdecken der Welt um sie herum. Zugleich brauchen sie freie Räume im wörtlichen Sinn: Freiflächen im Stadtviertel, Spielplätze, Gärten, Parks, Wiesen, Naturflächen und Wald. Und genauso brauchen sie freie Räume in Häusern, zum Beispiel in der Schule, die sie selbst gestalten und in denen kein Unterricht und kein Lernprogramm stattfindet, sondern wo Entspannung, Spiel und Gespräch dominieren.“
„Freiräume für Kinder, das heißt auch, dass sie gefragt werden sollen, was sie möchten, und Mitverantwortung erhalten“, so die Abgeordnete weiter. „Kinder sollen einbezogen werden in die Gestaltung des Lebens in ihrem unmittelbaren Umfeld. Nicht nur in der Familie, sondern auch und gerade im öffentlichen Raum, in Nachbarschaft, Schule und Verein. Die Politik hat dies erkannt. Seit der Unterzeichnung der UN-Kinderrechtskonvention sind viele kleine und größere Verbesserungen entwickelt und auch umgesetzt worden. Aber vieles ist noch zu tun: Im kommunalen Bereich ist deutlich mehr Mitwirkung von Kindern und Jugendlichen möglich, und auch in der Schule gibt es – vom Klassensprecherparlament bis zu den „Pausen-Freunden“, die auf dem Schulhof bei Bedarf helfen, trösten oder vermitteln – viele Ansätze für mehr Beteiligung und mehr Verantwortung. Als Kinderkommission des Bundestages unterstützen wir diese Bemühungen, indem wir gute Ansätze diskutieren und bekanntmachen sowie das Verständnis für mehr Beteiligung von Kindern an der Gestaltung ihrer Lebensumwelt fördern.“

Quelle: Pressemitteilung der Kinderkommission des Deutschen Bundestages vom 19.9.2018

 

 

 

(3) Zum Weltkindertag am 20. September: Kinderrechte stärken – Kinderrechte ins Grundgesetz

Das Deutsche Institut für Menschenrechte empfiehlt dem Bundestag und dem Bundesrat anlässlich des Weltkindertags am 20. September, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. „Kinder haben eigene Rechte. Sie müssen darin gestärkt werden, ihre Rechte kennenzulernen, sie einzufordern und sie gegenüber staatlichen Stellen und Gerichten durchzusetzen. Die Verankerung von Kinderrechten im Grundgesetz würde die subjektiven Rechte von Kindern an prominenter Stelle sichtbar machen. Jetzt ist es Zeit, dieses Vorhaben umzusetzen“, so Claudia Kittel, Leiterin der Monitoring-Stelle UN-Kinderrechtskonvention des Instituts.
„Der Staat hat nicht nur die Verpflichtung, Kinder zu schützen, sondern auch zu fördern und zu beteiligen. Kinder anzuhören und sie in allen sie betreffenden Angelegenheiten zu beteiligen, ist ein zentrales Anliegen der UN-Kinderrechtskonvention, welches sich auch im Grundgesetz wiederfinden sollte. Es ist Ausdruck der Achtung des Kindes als Träger von Menschenrechten“, so Kittel weiter.
Die UN-Kinderrechtskonvention ist geltendes Recht in Deutschland und von allen staatlichen Stellen auf Bundes-, Landes- und kommunaler Ebene schon jetzt anzuwenden. In der Verwaltungs- und Rechtspraxis bestehen zum Teil weitreichende Umsetzungsdefizite, die auch auf das fehlende Verständnis der Vorgaben der UN-Kinderrechtskonvention zurückzuführen sind.
Schon seit Jahren fordert der UN-Ausschuss für die Rechte des Kindes die Bundesregierung dazu auf, Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern. Die Regierungskoalition hat sich diesen Auftrag in den Koalitionsvertrag geschrieben und eine Bund-Länder-Arbeitsgruppe mit der Erarbeitung eines Formulierungsvorschlages beauftragt.
In den Verfassungen vieler anderer europäischer Staaten, aber auch in den meisten Landesverfassungen der Bundesländer sind Rechte von Kindern bereits festgeschrieben. Zentraler Maßstab für die Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz sollte die UN-Kinderrechtskonvention sein. Mit der Europäischen Grundrechtecharta gibt es für diese Umsetzung bereits ein überzeugendes Vorbild.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Instituts für Menschenrechte vom 19.9.2018

 

 

 

(4) Benachteiligte Kinder von der Zuschauerbank holen

„Die Lebensbedingungen von Kindern werden überwiegend vom Elternhaus geprägt“, weist Caritas-Präsident Peter Neher, anlässlich des Weltkindertages morgen, darauf hin, dass in Deutschland die Bildungschancen von Kindern immer noch sehr ungleich verteilt sind.
Das Einkommen der Eltern, das Wohnumfeld, die Teilhabe an außerschulischen Freizeitaktivitäten – das alles verbinde sich zu einem sich gegenseitig verstärkenden Muster, das die Lebenschancen der Kinder schon früh massiv vorbestimmen kann. „Um diesen Teufelskreis zu durchbrechen, müssen wir die Familien stärken. Wir brauchen ein chancengerechtes Bildungssystem, das in der Schule und neben der Schule eine auf die individuelle Förderung ausgerichtete Pädagogik gewährleistet. Flächendeckende Angebote im Rahmen der Schulsozialarbeit oder der schulbezogenen Jugendsozialarbeit sind in allen Schulformen umzusetzen“, so Neher.
Dringend verbessert werden müssten auch der Zugang zu Leistungen des Bildungs- und Teilhabepakets und deren Umfang. „Es kann nicht sein, dass Lernförderung erst gewährleistet wird, wenn eine unmittelbare Versetzungsgefahr droht“, kritisiert Neher. Die Antragstellung dafür müsse vereinfacht und das Schulstarterpaket bedarfsgerecht aufgestockt werden. Auch die Eigenanteile zur gemeinschaftlichen Mittagsverpflegung in Kitas und Schulen sowie für Schülerbeförderungen sollten entfallen.
Der Deutsche Caritasverband fordert entsprechende Regelungen, die im Koalitionsvertrag vorgesehen sind, zügig umzusetzen. „Es ist nicht akzeptabel, dass Kinder aus benachteiligten Familien in der Schule häufig nur Zuschauende statt Teilnehmende sind. Solche demütigenden Erfahrungen sind lebensprägend“, so Neher.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Caritasverbandes vom 19.9.2019

 

 

 

(5) Deutsches Kinderhilfswerk erwartet mehr als 100.000 Besucher beim Weltkindertagsfest in Berlin

„Kinder brauchen Freiräume" – Unter diesem Motto erwartet das Deutsche Kinderhilfswerk mehr als 100.000 Besucherinnen und Besucher zum Weltkindertagsfest am 23. September 2018 in Berlin. Das Fest ist die bundesweite Hauptveranstaltung zum Weltkindertag und findet von 11 bis 18 Uhr rund um den Potsdamer Platz statt. Die Besucherinnen und Besucher können sich auf rund 100 kostenlose Informationsangebote zu Kinderrechten und zahlreiche Spiel- und Bastelaktionen für Kinder und Familien freuen. Als Vertreterin der Bundesregierung wird Bundesfamilienministerin Franziska Giffey das Fest offiziell eröffnen.
Das Berliner Weltkindertagsfest ist das größte nichtkommerzielle Kinderfest in Deutschland und die bundesweite Hauptveranstaltung zum Weltkindertag. Im Mittelpunkt stehen dabei die in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschriebenen Kinderrechte. So können Kinder und ihre Eltern bei einer Kinderrechterallye viel Neues über diese Rechte erfahren. Ein Riesen-Kicker dient als Begegnungsforum von Kindern und Erwachsenen zum Thema Kinderrechte. Natürlich wird es auch jede Menge weitere Mitmachaktionen für Kinder geben: eine Fotobox-Aktion der DFL Stiftung, Märchen-Mitmach-Konzerte, eine virtuelle Achterbahn, ein Mitmachzirkus, beim Bio-Hoffest der Fördergemeinschaft Ökologischer Landbau eine große Strohhüpfburg, ein Kartoffelacker für die Selbsternte und ein Tiergehege mit Hühnern, Schafen und Schweinen oder Mitmachaktionen zahlreicher Kinder- und Jugendorganisationen. Zudem gibt es viele weitere Angebote zum Malen, Basteln oder Schminken und ein großes Spiel- und Sportareal. Partner des Weltkindertagsfestes in Berlin ist UNICEF Deutschland.
Das Motto „Kinder brauchen Freiräume" für den diesjährigen Weltkindertag wurde vom Deutschen Kinderhilfswerk gemeinsam mit UNICEF Deutschland festgelegt. Damit rufen die Kinderrechtsorganisationen Bund, Länder und Kommunen dazu auf, mehr Möglichkeiten zur Beteiligung von Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Zudem ist es notwendig, Kindern Freiräume eröffnen, damit sie ihre Ideen und Wünsche einbringen und ihr persönliches Potenzial entfalten können. Das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland appellieren eindringlich an Politikerinnen und Politiker, die Meinung der nachwachsenden Generation ernst zu nehmen und ihre Belange bei Entscheidungen, die sie betreffen, durchgehend zu berücksichtigen.
Zum Weltkindertag finden bundesweit viele hundert Aktionen statt. Das Deutsche Kinderhilfswerk und UNICEF Deutschland nutzen den Weltkindertag am 20. September gemeinsam mit zahlreichen anderen Kinder- und Jugendorganisationen, um mit Aktionen, Festen und anderen Veranstaltungen auf die Situation der Kinder und ihre Rechte aufmerksam zu machen. Die Kinderrechte sind seit 1989 in der UN-Kinderrechtskonvention festgeschrieben. Danach hat jedes Kind das Recht auf Überleben und persönliche Entwicklung, einen angemessenen Lebensstandard sowie Schutz und Beteiligung.
Weitere Informationen zum Weltkindertag und zum Motto „Kindern brauchen Freiräume" unter www.weltkindertag.de.

Quelle: Pressemeldung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 17.9.2018

 

 

 

(6) BZgA beim Weltkindertag am 23. September in Köln

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) lädt auf eigener Bühne am Heumarkt Kinder zum Mitfeiern ein. „Kinder brauchen Freiräume“ heißt das diesjährige Motto des Weltkindertages, den die Stadt Köln und UNICEF Deutschland gemeinsam mit der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) am 23. September 2018 in Köln veranstalten. Denn Kinder, die genügend Freiräume erhalten, die Unterstützung und Respekt erfahren, werden zu starken Persönlichkeiten. „Kinder stark machen“, das ist das Ziel der Mitmach-Initiative der BZgA zur frühen Suchtvorbeugung, die auf der BZgA-Bühne am Heumarkt ein abwechslungsreiches Programm für Groß und Klein bietet.
Dr. Heidrun Thaiss, Leiterin der BZgA, erklärt: „Selbstbewusstsein ist eine wichtige Voraussetzung für Kinder und Jugendliche, um später ‚Nein‘ zu Suchtmitteln sagen zu können. Kinder, die frühzeitig in ihrer Persönlichkeitsentwicklung gefördert werden, können sich zu selbstbewussten Jugendlichen entwickeln. Dies ist notwendig, um Gruppendruck widerstehen und ein Leben auch ohne Suchtmittel genießen zu können. Wir Erwachsenen haben die Aufgabe, die Kinder in ihrer Entwicklung mit Verlässlichkeit, Vertrauen und Zeit zu unterstützen und ihnen die Freiräume zu schaffen, in denen sie sich als stark erleben können.“
Auf der Bühne der BZgA können Kinder und Eltern gemeinsam aktiv werden, Teamgeist zeigen und ihre Fähigkeiten unter Beweis stellen. Hierbei erleben Eltern, wie wichtig es ist, ihren Kindern etwas zuzutrauen und ihnen Herausforderungen und Anerkennung zu bieten. Durch das BZgA-Bühnenprogramm führt „Kinder stark machen“-Botschafterin und KiKA-Moderatorin Singa Gätgens. Gemeinsam mit den Mädchen vom KiKA-TanzAlarm! können die kleinen Zuschauerinnen und Zuschauer mitsingen und -tanzen.
Im BZgA-Zelt gibt es viele Informationen rund um Suchtvorbeugung und Kindergesundheit sowie Materialien über Untersuchungen zur Vorsorge und Früherkennung, Impfschutz für die ganze Familie und Aufklärung zu den Themen gesunde Ernährung und Medienkonsum.

Quelle: Pressemeldung der BZgA vom 19.9.2018

 

 

(7) Weltkindertag – Auch Kranke brauchen Freiräume

Zum Weltkindertag am 20. September: Bundesverband Kinderhospiz fordert mehr Beachtung für schwerstkranke Kinder – Jugendprojekt „Grüne Bande“ baut Netzwerk auf. Mit seinem Motto „Kinder brauchen Freiräume“ soll der diesjährige Weltkindertag dazu beitragen, Kindern und Jugendlichen mehr Möglichkeiten zur Beteiligung zu verschaffen. Der Bundesverband Kinderhospiz fordert, dabei auch die besonderen Bedürfnisse von schwerstkranken Kindern und Jugendlichen zu berücksichtigen. „Wer körperlich so stark eingeschränkt ist, für den ist es besonders wichtig, nicht übersehen, sondern gleichberechtigt gehört zu werden“, sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz. Mit der „Grünen Bande“ hat der Dachverband der deutschen Kinderhospizeinrichtungen eine Jugendorganisation gegründet, die sich der öffentlichen Wahrnehmung betroffener Jugendlicher in Politik und Gesellschaft widmet. „Wir haben was zu sagen!“ lautet der Leitspruch der Bande. „Die Grüne Bande ist ein tolles Beispiel dafür, welches Potenzial Kinder und Jugendliche entwickeln – ganz besonders solche, die krankheitsbedingte Einschränkungen bewältigen müssen – wenn man ihnen die Freiräume dazu bietet!“, sagt Sabine Kraft. Die Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz schuf gemeinsam mit und für betroffene Jugendliche die Grüne Bande, deren Mitglieder über eine eigene Webseite (www.gruene-bande.de) sowie über Facebook und Instagram miteinander vernetzt sind. „Für die jungen Betroffenen ist die virtuelle Welt oft der einzige Weg, um mit Gleichaltrigen, noch dazu in einer ähnlichen Situation, ins Gespräch zu kommen“, weiß Kraft. Einmal im Jahr jedoch lädt der Bundesverband Kinderhospiz gemeinsam mit dem Kooperationspartner der Grünen Bande, Aktion Kindertraum, zu einem Jahrestreffen ein, bei dem sich die Bandenmitglieder auch in der realen Welt begegnen. Bandenchefin Sina freut sich: „Dieses Jahr feiern wir bei einem Wochenende in Köln unser erstes Jahr Grüne Bande!“ lacht sie, und ergänzt schnell: „Aber ein bisschen arbeiten werden wir natürlich auch.“

Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes Kinderhospiz vom 18.9.2018

 

 

(8) Umfrage zum Weltkindertag 2018: Armutszeugnis für Kinderfreundlichkeit in Deutschland

Eine repräsentative Umfrage im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes anlässlich des morgigen Weltkindertages zeigt einen deutlichen Handlungsauftrag für die Politik, mehr als bisher für eine kinderfreundliche Gesellschaft in Deutschland zu tun. Dabei wurden verschiedene Aspekte abgefragt: 85 Prozent der Befragten sehen es als sehr wichtig oder wichtig an, dass sich Politikerinnen und Politiker genügend um die Bekämpfung der Kinderarmut in Deutschland kümmern. Dass sie dies tatsächlich machen, meinen nur 16 Prozent. Sehr große Diskrepanzen zwischen Anspruch und Wirklichkeit gibt es auch bei der Unterstützung von Familien, beim Schutz von Kindern vor Gewalt, bei Fragen hinsichtlich selbstbestimmter Zeit sowie ausreichender Erholung und Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder. Außerdem sehen mehr als ein Drittel der Befragten Probleme bei der Umsetzung des Anspruchs, dass man sich in Deutschland gut um Kinder aus Flüchtlingsfamilien kümmert.
Gleichzeitig ist eine knappe Mehrheit der Befragten von 56 Prozent der Meinung, dass Deutschland alles in allem ein kinderfreundliches Land ist. Das sind zwei Prozentpunkte weniger als noch vor drei Jahren. Nach dem Urteil von 39 Prozent der Befragten ist Deutschland dagegen kein kinderfreundliches Land.
„Die Ergebnisse der Umfrage zum Weltkindertag 2018 sind ein Armutszeugnis für unser Land. Die Diskrepanz zwischen den Ansprüchen der Menschen an eine kinderfreundliche Gesellschaft und deren Verwirklichung ist teilweise erschreckend. Das gilt insbesondere für die Bekämpfung der Kinderarmut und den Schutz von Kindern vor Gewalt. Wir schaffen es aber auch nicht, unseren Kindern genug selbstbestimmte Zeit und Erholung sowie ausreichend Spiel- und Freizeitmöglichkeiten zu ermöglichen. Die Zahlen sind ein klarer Auftrag für die Politik zu handeln, damit wir uns endlich auf den Weg zu einer kinderfreundlichen Gesellschaft für alle Kinder machen, und es egal ist, woher ein Kind kommt oder ob seine Familie arm ist", betont Thomas Krüger, Präsident des Deutschen Kinderhilfswerkes.
„Für Kinderfreundlichkeit ist neben der Politik auch die soziale Gemeinschaft verantwortlich. Denn sie beginnt im Alltag, beim direkten und respektvollen Umgang mit Kindern. Dieser Respekt ist in unserer Gesellschaft leider an vielen Stellen nur unzureichend vorhanden. Schließung von Spielstraßen, Verwahrlosung von Kinderspielplätzen, Klagen gegen Kinderlärm oder Restaurants und Hotels, in denen Kinder keinen Zutritt haben, sind Anzeichen einer kinderentwöhnten und an manchen Stellen sogar kinderfeindlichen Gesellschaft", so Krüger weiter. Die Umfrageergebnisse im Einzelnen:
1. Wichtigkeit verschiedener Aspekte für eine kinderfreundliche Gesellschaft: Fast alle Befragten (98 Prozent) sind der Meinung, dass der Schutz von Kindern vor Gewalt für eine kinderfreundliche Gesellschaft sehr wichtig oder wichtig ist. Jeweils 93 Prozent betrachten die Unterstützung von Familien mit Kindern (z.B. finanziell oder durch eine gute Vereinbarkeit von Beruf und Familie) sowie ausreichende Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder als sehr wichtig oder wichtig für eine kinderfreundliche Gesellschaft. Für 87 Prozent ist selbstbestimmte Zeit und ausreichend Erholung für Kinder sehr wichtig oder wichtig und für 85 Prozent, dass sich Politikerinnen und Politiker genügend um die Bekämpfung von Kinderarmut kümmern. Jeweils etwas mehr als drei Viertel der Befragten halten es für eine kinderfreundliche Gesellschaft für sehr wichtig oder wichtig, dass die Bedürfnisse von Kindern im Alltag (z.B. in der Öffentlichkeit, im Restaurant, in der Nachbarschaft, etc.) berücksichtigt werden (79 Prozent) und dass man sich in Deutschland gut um Kinder aus Flüchtlingsfamilien kümmert (77 Prozent). Dass Kinder bei Angelegenheiten, die sie selbst betreffen, mitbestimmen dürfen, finden 60 Prozent der Befragten sehr wichtig oder wichtig.
In der Bewertung der verschiedenen Aspekte zeigen sich kaum Unterschiede zwischen Männern und Frauen, Ost- und Westdeutschen oder den verschiedenen Altersgruppen. Jüngere, unter 30-jährige Befragte halten es etwas häufiger als ältere Befragte für sehr wichtig oder wichtig, dass sich Politikerinnen und Politiker genügend um die Bekämpfung von Kinderarmut kümmern und dass man sich in Deutschland gut um Kinder aus Flüchtlingsfamilien kümmert.
Die Einschätzungen darüber, was für eine kinderfreundliche Gesellschaft wichtig ist, unterscheiden sich auch nach Parteianhängerschaft nicht wesentlich. Dass man sich in Deutschland gut um Kinder aus Flüchtlingsfamilien kümmert, ist – im Gegensatz zu den Anhängerinnen und Anhänger aller anderen Parteien – nur einer Minderheit der AfD-Anhängerinnen und -Anhänger wichtig.
2. Umsetzungsgrad verschiedener Aspekte für eine kinderfreundliche Gesellschaft: Eine Mehrheit der Befragten sieht die Berücksichtigung der Bedürfnisse von Kindern im Alltag (56 Prozent) sowie ausreichende Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder (55 Prozent) in Deutschland als sehr gut oder gut erfüllt an. Weniger als die Hälfte der Befragten hält die Punkte selbstbestimmte Zeit und ausreichend Erholung für Kinder (46 Prozent), Schutz der Kinder vor Gewalt (42 Prozent) und Kümmern um Kinder aus Flüchtlingsfamilien (42 Prozent) für sehr gut oder gut erfüllt.
Nur jeweils etwa ein Drittel meint, dass die Punkte Unterstützung von Familien mit Kindern (35 Prozent) sowie Mitbestimmung von Kindern (32 Prozent) sehr gut oder gut erfüllt sind. Dass Politikerinnen und Politiker sich genügend um die Bekämpfung von Kinderarmut kümmern, meinen nur 16 Prozent der Befragten.
Jüngere sehen es deutlich häufiger als ältere Befragte als gegeben an, dass Kinderbedürfnisse im Alltag berücksichtigt werden, dass es ausreichend Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder gibt, dass Kinder ausreichend selbstbestimmte Zeit und Erholung haben und dass Kinder vor Gewalt geschützt sind. Männer meinen häufiger als Frauen, dass Kinder in Deutschland vor Gewalt geschützt sind.
Die Anhängerinnen und Anhänger der Unionsparteien meinen häufiger als die der anderen Parteien, dass in Deutschland Kinderbedürfnisse im Alltag berücksichtigt werden, dass es ausreichend Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder gibt, dass Kinder ausreichend selbstbestimmte Zeit und Erholung haben, dass Familien mit Kindern finanziell und auch durch die Vereinbarkeit von Beruf und Familie unterstützt werden, dass Kinder mitbestimmen können und dass Politikerinnen und Politiker sich genügend um die Bekämpfung von Kinderarmut kümmern. Die Anhängerinnen und Anhänger der AfD meinen seltener als die der anderen Parteien, dass Kinder in Deutschland vor Gewalt geschützt werden, glauben aber deutlich häufiger, dass man sich in Deutschland gut um Kinder aus Flüchtlingsfamilien kümmert.
3. Diskrepanzen zwischen „Soll"- und „Ist"-Zustand: Alle abgefragten Aspekte werden von der großen Mehrheit der Befragten als sehr wichtig oder wichtig für eine kinderfreundliche Gesellschaft erachtet – dass sie gegenwärtig in Deutschland auch sehr gut oder gut erfüllt sind, meint jeweils ein deutlich geringerer Anteil der Befragten.
Die größten Diskrepanzen zwischen der Bedeutung der Aspekte für ein kinderfreundliches Land und ihrem wahrgenommenen Erfüllungsgrad zeigen sich bei den Punkten Bekämpfung von Kinderarmut (Diskrepanz von 69 Prozentpunkten), Unterstützung von Familien (Diskrepanz von 58 Prozentpunkten) sowie beim Schutz der Kinder vor Gewalt (Diskrepanz von 56 Prozentpunkten). Aber auch bei den Fragen hinsichtlich selbstbestimmter Zeit und ausreichender Erholung für Kinder (Diskrepanz von 41 Prozentpunkten) sowie nach ausreichenden Spiel- und Freizeitmöglichkeiten für Kinder (Diskrepanz von 38 Prozentpunkten) sehen die Befragten große Defizite. Das gilt auch bei der Frage, ob man sich in Deutschland gut um Kinder aus Flüchtlingsfamilien kümmert (Diskrepanz von 35 Prozentpunkten).
4. Ist Deutschland ein kinderfreundliches Land?: Nur eine knappe Mehrheit der Befragten (56 Prozent) ist der Meinung, dass Deutschland alles in allem ein kinderfreundliches Land ist. Nach dem Urteil von 39 Prozent ist Deutschland kein kinderfreundliches Land.
Jüngere meinen häufiger als Ältere (80 zu 47 Prozent) und Westdeutsche häufiger als Ostdeutsche (58 zu 43 Prozent), dass Deutschland alles in allem ein kinderfreundliches Land ist.
Während die Anhängerinnen und Anhänger der Union überdurchschnittlich häufig (68 Prozent) der Meinung sind, dass Deutschland ein kinderfreundliches Land ist, meinen die der Linkspartei und der AfD mehrheitlich, dass Deutschland kein kinderfreundliches Land ist (51 Prozent bzw. 64 Prozent).
Für die repräsentative Umfrage zum Weltkindertag 2018 wurden vom Politik- und Sozialforschungsinstitut Forsa im Auftrag des Deutschen Kinderhilfswerkes deutschlandweit 1.007 wahlberechtigte Personen ab 18 Jahren befragt. Die statistische Fehlertoleranz liegt zwischen bei +/- drei Prozentpunkten.
Weitere Ergebnisse der Umfrage können unter www.dkhw.de/umfrage-weltkindertag-2018 heruntergeladen werden.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 19.9.2018

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