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ab 14.09.2018

Deutsche Liga für das Kind Newsletter Nr. 719 September 2018


(1)    Kinderärzte gegen Ausgrenzung: Kein Kind zurücklassen

(2)    Deutsches Kinderhilfswerk: Verfahren in Justiz und Verwaltung kindgerechter gestalten

(3)    Deutscher Familienverband: Der Zukunft eine Stimme geben

(4)    Bundesfamilienministerium: Ein Haushalt für die Unterstützung vor Ort

(5)    Stern trifft Engel: Kinder-Lebens-Lauf setzt Zeichen der Solidarität für Kinderhospizarbeit

(6)    Haus der kleinen Forscher fördert Bildung für nachhaltige Entwicklung

(7)    Deutsches Kinderhilfswerk: Bessere Bildung durch Aufhebung des Kooperationsverbotes

(8)    Heyge-Stiftung fördert Entwicklung in Kindergärten: 2018/19 sind 170.000 Euro vorgesehen

 

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(1) Kinderärzte gegen Ausgrenzung: Kein Kind zurücklassen

In Leipzig wurde heute der Kongress für Kinder- und Jugendmedizin eröffnet, mit mehr als 2.000 Teilnehmenden die größte Tagung des Fachs. Neben dem fachlichen Austausch über aktuelle Entwicklungen steht in diesem Jahr das klare Bekenntnis im Vordergrund: „Kein Kind zurücklassen“.
Ingeborg Krägeloh-Mann, Präsidentin der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) macht den Rahmen dieses Mottos deutlich: „Die politische und gesellschaftliche Realität macht uns, die wir uns um die Gesundheit und Entwicklung eines jeden Kindes bemühen, schmerzhaft bewusst, wie notwendig das Bekenntnis gegen Diskriminierung, Rassismus, Ausgrenzung ist. In der Kinderheilkunde steht im Zentrum: das Kind. Unabhängig von Herkunft, Aussehen, sozialem, kulturellem, religiösem oder sonst einem Hintergrund.“
Anlass dieses Bekenntnisses ist ein Vorfall in Brandenburg, bei dem Eltern gezielt forderten, ihr Kind in einem „ausländerfreien Zimmer“ unterbringen zu lassen, was der Chefarzt mit dem Hinweis auf ausschließlich medizinische Erwägungen für die Belegung konterte. Die Presse berichtete darüber.
Vor fast genau 70 Jahren, im September 1948, hielt der Weltärztebund fest, dass die medizinische Verantwortung unabhängig ist von ethnischer Herkunft und Staatsangehörigkeit des Patienten. Der Kongress für Kinder- und Jugendmedizin 2018 greift dies auf und bringt die Zielsetzung „Kein Kind zurücklassen“ mitten hinein in den gesellschaftlichen Alltag, betonte die DGKJ-Präsidentin beim Auftakt der größten Tagung des Fachs im deutschsprachigen Raum.

Quelle: Pressemitteilung der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin (DGKJ) vom 13.9.2018

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(2) Deutsches Kinderhilfswerk: Verfahren in Justiz und Verwaltung kindgerechter gestalten

Das Deutsche Kinderhilfswerk fordert eine bessere Umsetzung der Kinderrechte in Gerichtsverfahren. Zahlreiche Studien zeigen auf, dass die Situation von Kindern und Jugendlichen in behördlichen und gerichtlichen Verfahren vielerorts in Deutschland weder den internationalen, menschenrechtlichen Anforderungen noch den Vorgaben des Europarates zu kindgerechter Justiz entspricht. Das Deutsche Kinderhilfswerk und das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend veranstalten daher heute in Berlin die Fachtagung „Kindgerechte Justiz – Zugang zum Recht für Kinder". Auf der Fachtagung soll diskutiert werden, wie Kinder in behördlichen und gerichtlichen Verfahren im Gesamten besser begleitet werden können. Im Mittelpunkt stehen die Fragen, welche Barrieren und Belastungen es im deutschen Justiz- und Verwaltungssystem gibt und wie europäische und internationale Vorgaben zur Wahrung ihrer Rechte umgesetzt werden können. Erwarte t werden rund 100 Teilnehmerinnen und Teilnehmer aus Justiz und Verwaltung, nationalen und internationalen Organisationen sowie aus der Wissenschaft.
„Wir brauchen in Deutschland eine Stärkung der Kinderrechte auf vielen Ebenen. Dazu gehört auch das Justizsystem als elementare Voraussetzung für die Umsetzung aller Kinderrechte. Jedes Jahr kommen Tausende von Kindern in Deutschland mit dem Justiz- und Verwaltungssystem in Berührung. Sie sind beispielsweise Beteiligte in familienrechtlichen Verfahren bei einer Scheidung der Eltern, Zeuginnen und Zeugen in strafrechtlichen Verfahren oder Betroffene in Asylverfahren. Laut Umfragen wünschen sich Kinder besser gehört, informiert und mit Respekt behandelt zu werden. Das müssen wir ernst nehmen und umsetzen, um Kindern den Zugang zum Recht zu garantieren", betont Anne Lütkes, Vizepräsidentin des Deutschen Kinderhilfswerkes.
Frau Juliane Seifert, Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, eröffnete die Fachtagung mit einem Grußwort. „Kinder müssen ebenso Zugang zum Recht haben wie jeder andere Mensch auch. Aber Kinder haben andere Bedürfnisse als Erwachsene, darauf müssen sich Justiz und Verwaltung einstellen. Ich halte es für notwendig, dass die Verfahren kindgerechter gestaltet werden, damit Kinder zu ihrem Recht kommen. Das ergibt sich auch aus der Kinderrechtskonvention der Vereinten Nationen", betonte sie. Darüber hinaus unterstrich Juliane Seifert die Notwendigkeit der Verankerung der Kinderrechte im Grundgesetz: „Auch in Deutschland gibt es noch Defizite bei der Umsetzung der Kinderrechte. Deswegen ist es wichtig, die Kinderrechte im Grundgesetz zu verankern."
Bei der Fachtagung werden in Arbeitsgruppen zu sechs Themenschwerpunkten Empfehlungen an unterschiedliche Akteure herausgearbeitet. Zentrale Themen hierbei werden die Umsetzung des Kindeswohlvorrangs gemäß Artikel 3 sowie die Beteiligung von Kindern und Jugendlichen nach Artikel 12 UN-Kinderrechtskonvention sein.
So wird die Institution des Verfahrensbeistandes und der psychosozialen Prozessbegleitung besonders in den Blick genommen. Besonders eingegangen wird zudem auf die Rechte von Kindern in familiengerichtlichen Verfahren. Hier steht vor allem die Ausgestaltung der Anhörung von Kindern bei Fragen des Umgangs- und des Sorgerechts im Mittelpunkt. Ein weiterer Schwerpunkt sind die Kinderrechte in Verfahren des öffentlichen Rechts und im Verwaltungshandeln, zum Beispiel bei der Stadtplanung, in der Bildung oder der Jugendarbeit. Und auch die Anforderungen an ein kindgerechtes Verfahren im Bereich des Asyl- und Aufenthaltsrechts, insbesondere für unbegleitete minderjährige Flüchtlinge werden erörtert. Außerdem befasst sich die Fachtagung mit der Situation von Kindern und Jugendlichen als Opferzeuginnen und -zeugen in strafrechtlichen Verfahren. Schließlich gibt es auch einen Überblick über Kinderrechte in der Justiz auf internationaler Ebene .
Weitere Informationen zur Fachkonferenz „Kindgerechte Justiz – Zugang zum Recht für Kinder" finden sich unter https://www.dkhw.de/schwerpunkte/kinderrechte/fachtag-kindgerechte-justiz.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 7.9.2018

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(3) Deutscher Familienverband: Der Zukunft eine Stimme geben

Deutscher Familienverband bekräftigt zum Internationalen Tag der Demokratie seine Forderung nach einem Wahlrecht von Geburt an.
13 Millionen Bundesbürger unter 18 Jahren sind noch immer vom Wahlrecht und damit von echter demokratischer Partizipation ausgeschlossen, kritisiert der Deutsche Familienverband (DFV). Anlässlich des Internationalen Tages der Demokratie am 15. September bekräftigt Bundesgeschäftsführer Sebastian Heimann die Forderung nach einem Wahlrecht von Geburt an.
Grundrechte gelten grundsätzlich nicht erst ab der Volljährigkeit. Dies betrifft auch das Wahlrecht. „Junge Menschen haben eine hohe Wertschätzung für die Demokratie und wollen mitbestimmen, wer ihre Zukunft gestalten soll. Aber wählen dürfen sie nicht“, sagt Heimann. „In dieser Hinsicht besteht im politischen System Deutschlands ein gravierendes Demokratiedefizit. Wir brauchen ein Wahlrecht von Geburt an, das von den Eltern als gesetzliche Stellvertreter ausgeübt wird, bis die Kinder alt genug sind, selbst zu wählen.“
Nach Auffassung des Nürnberger Juristen Dr. Axel Adrian widerspricht die gegenwärtig in Deutschland praktizierte Rechtslage den verfassungsrechtlichen Wahlrechtsgrundsätzen der Allgemeinheit und Gleichheit der Wahl gemäß Artikel 38 Absatz 1 des Grundgesetzes. „Kinder sind unstreitig Staatsbürger, aber das Wahlrecht wird ihnen vorenthalten. Damit hat die nachwachsende Generation kein Stimmrecht in entscheidenden Zukunftsfragen. Stattdessen orientiert sich die Politik immer mehr an den Interessen einer immer älter werdenden Generation, von der ein stetig größer werdender Teil keine Kinder hat“, so Adrian. Um das zu ändern und der Zukunft künftig eine Stimme zu geben, unterstützt er als Botschafter die vom DFV initiierte Kampagne „Wahlrecht ab Geburt – Nur wer wählt, zählt“.
Nach Auffassung Adrians wäre ein Wahlrecht ab Geburt nicht nur ein großer Gewinn für die Demokratie, sondern auch für die politische Gesprächskultur in Deutschland: „Die Politik wäre gezwungen, sich intensiver mit jugend- und familienpolitischen Fragen auseinanderzusetzen und Familieninteressen nachhaltig zu verfolgen.“ So lange unter 18-Jährige aufgrund ihres fehlenden Stimmrechts politisch nicht wahrgenommen werden, sind demokratische Grundprinzipien auch in Deutschland nicht erfüllt.
„Eine Gesellschaft, die der jungen Generation das Wahlrecht entzieht, steht unter besonderem Begründungszwang“, betont DFV-Bundesgeschäftsführer Heimann. „Kinder und Jugendliche sind nicht Bürger zweiter Klasse. Ich sehe kein logisches Argument, ihnen das Wählen zu verbieten.“
Der Internationale Tag der Demokratie findet seit 2007 alljährlich am 15. September statt. Er wurde von den Vereinten Nationen ins Leben gerufen, um auf den Wert der Demokratie in der Welt aufmerksam zu machen.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Familienverbandes vom 14.9.2018

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(4) Bundesfamilienministerium: Ein Haushalt für die Unterstützung vor Ort

Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey stellt Einzelplan des BMFSFJ im Bundestag vor.
Die Bundesregierung bringt in dieser Woche den Haushaltsentwurf 2019 in die parlamentarischen Beratungen ein. 10,3 Milliarden Euro stehen dem Bundesfamilienministerium demnach 2019 zur Verfügung – das ist ein Anstieg im Vergleich zum Vorjahr um rund 79 Millionen Euro. Mittel, die gut investiert werden: zum Beispiel in die gute Betreuung und frühe Förderung unserer Kinder, für die Verbesserung des Kinderzuschlags, für Demokratie und Engagement und für Maßnahmen gegen Gewalt.
Bundesfamilienministerin Dr. Franziska Giffey: „Die Ereignisse in Chemnitz haben uns noch einmal gezeigt, wie wichtig es ist, hinzuschauen, was vor Ort passiert und darauf zu reagieren, was vor Ort gebraucht wird. Hingehen, zuhören und dann auch handeln – das ist jetzt notwendig. Wir tun das mit dem Haushalt für 2019. Damit es jedes Kind packt. Damit Familien unterstützt werden. Damit Menschen vor Gewalt geschützt sind. Und damit die, die sich um das Zusammenleben und die Demokratie kümmern, den Staat und das ganze Land im Rücken haben.“
Demokratie und Engagement:
Der Schutz unserer Demokratie und die Unterstützung der Menschen, die sich vor Ort engagieren, sind Daueraufgaben. Daher müssen Maßnahmen wie das Bundesprogramm „Demokratie leben!“ auf Dauer gesichert werden. Außerdem ist ein Ausbau der Freiwilligendienste notwendig, um dem Engagement in Deutschland einen stabileren Rahmen zu geben.
Im Haushaltsentwurf 2019 sind zudem 32,5 Millionen Euro für die Gründung einer Engagementstiftung vorgesehen. Sie wird Engagement ganz praktisch unterstützen: zum Beispiel in ländlichen Regionen, an Orten die wenig ehrenamtliche Strukturen haben oder im Umgang mit der Digitalisierung.
Gute Kinderbetreuung und frühe Förderung:
Damit es jedes Kind packt, ist frühkindliche Bildung die langfristig wichtige und nötige Investition. Nach vier Jahren Dialogprozess mit den Ländern, kommunalen Spitzenverbänden und Trägern wird der Gesetzentwurf für das Gute-Kita-Gesetz in Kürze dem Bundeskabinett vorgelegt. Ziel des Gesetzes ist, die Qualität der frühen Bildung, Erziehung und Betreuung in Kindertageseinrichtungen und in der Kindertagespflege bundesweit weiterzuentwickeln. Langfristig soll das Gesetz auch einen Beitrag zur Herstellung gleichwertiger Lebensverhältnisse für das Aufwachsen von Kindern in Deutschland leisten. Ab 2019 sollen die Mittel im Rahmen der Umsatzsteuerverteilung an die Länder fließen, in 2019 werden es bereits 500 Millionen Euro sein. Flankiert werden soll das Gute-Kita-Gesetz durch die Fachkräfteoffensive, für die wir im Haushalt 2019 einen ersten Betrag von 30 Millionen Euro eingestellt haben. Im Jahr 2020 wollen wir 60 Millionen Euro dafür zur Verfügung stellen. Denn wir müssen mehr Menschen für den Erzieherberuf gewinnen und die Ausbildungsbedingungen verbessern. Hier wird der Bund die Länder zusätzlich zum Gute Kita Gesetz unterstützen. Auch der Ausbau des Platzangebots wird fortgesetzt: Für das Sondervermögen Kinderbetreuungsausbau stehen im Jahr 2019 planmäßig insgesamt 300 Millionen Euro zur Verfügung.
Kinderzuschlag: Genauso wichtig wie die frühkindliche Bildung ist es, Kinderarmut direkt anzugehen. Eine wichtige Rolle kommt hierbei dem Kinderzuschlag zu, den wir im nächsten Jahr nicht nur erhöhen, sondern einfacher und attraktiver gestalten werden. Im Haushalt 2019 sind 575 Millionen Euro und damit 185 Millionen Euro mehr als in 2018 vorgesehen. Mit dem neuen Kinderzuschlag, dem höheren Kindergeld sowie mit den verbesserten Leistungen für Bildung und Teilhabe bringen wir für 2019 ein ganzes Paket gegen Kinderarmut auf den Weg.
Maßnahmen gegen Gewalt in der Schule:
Zur Prävention gegen Gewalt hat das BMFSFJ in diesem Sommer die ersten Anti-Mobbing-Profis an die Schulen geschickt. Insgesamt werden 170 von ihnen die Arbeit aufnehmen, und das Programm geht auch 2019 weiter.
Maßnahmen gegen Gewalt an Frauen:
Viele Frauen, die Gewalt erleben, finden Schutz in Frauenhäusern und Zufluchtswohnungen. Aber es gibt Lücken und große regionale Unterschiede im Hilfesystem. Mit dem Aktionsprogramm gegen Gewalt an Frauen werden wir Frauen und ihre Kinder stärken. 5,1 Millionen Euro sieht der Haushaltsentwurf 2019 hierfür vor. Das Programm wird auch 2020 fortgesetzt. Ab dann sollen 30 Millionen Euro im Jahr zur Verfügung gestellt werden. In der nächsten Woche, über 40 Jahre nach der Gründung des ersten Frauenhauses, kommen Bund, Länder und Kommunen zum ersten Mal zu einem Runden Tisch zusammen, um gemeinsam die Initiative gegen Gewalt an Frauen zu ergreifen.
Elterngeld und ElterngeldPlus:
Größter Einzelposten im Haushalt des Familienministeriums bleiben das Elterngeld und ElterngeldPlus. Beide Leistungen kommen bei den Familien gut an – gerade auch bei den Vätern. Heute geht bereits jeder dritte Vater in Elternzeit (34 Prozent) – in einigen Regionen sind es bis zu 57 Prozent. Immer mehr Väter entscheiden sich für eine berufliche Auszeit und stärken damit die Berufstätigkeit ihrer Partnerinnen. Der Ansatz für das Elterngeld steigt deshalb gegenüber 2018 um 190 Millionen Euro auf insgesamt 6,86 Milliarden Euro.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesfamilienministeriums vom 13.9.2018

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(5) Stern trifft Engel: Kinder-Lebens-Lauf setzt Zeichen der Solidarität für Kinderhospizarbeit

Es ist kein leichter Moment, als die Engels-Fackel des Kinder-Lebens-Laufs vor der Coburger Regiomed-Klinik ankommt. Das Aufmerksamkeit erregende Quad knattert, das Empfangskomitee jubelt, Emilia und Valentin, beide sechs Jahre alt und im Begleitfahrzeug bei der Oma, winken. Trotzdem steigen die beiden Frauen mit dem Wahrzeichen des Kinder-Lebens-Laufs still aus dem Auto. Vor nicht einmal einem Jahr mussten sie hier in der Palliativstation Abschied nehmen von Dustin. Er wurde nur 17 Jahre alt. Seine Mutter schaut an der Fassade hoch, die in freundlichem Sonnengelb gestrichen ist. „5. Stock“, sagt sie leise.
„Kinderhospizarbeit bedeutet auch, Menschen dazu zu ermuntern, solche Schicksale an sich heran zu lassen“, sagt Sabine Kraft, Geschäftsführerin des Bundesverbands Kinderhospiz. Und in der Tat, es ist traurig, aber vor allem schön zu sehen, wie Dustins Familie sich an ihn erinnert, wie liebevoll sie über ihn sprechen, und wie viel es ihnen bedeutet, beim Kinder-Lebens-Lauf dabei zu sein. Alle haben feuchte Augen, als die Geschichte der „Angel-Fackel“ erzählt wird – benannt nach Angelina, die mit 17 an einem Gehirntumor starb. Genau wie Dustin. Zehn Jahre lang hat er gekämpft. Wollte eigentlich unbedingt San Francisco und Alcatraz sehen. Dazu kam es nicht mehr. In der Woche, in der seine große Reise stattfinden sollte, starb Dustin.
Seit drei Monaten veranstaltet der Bundesverband Kinderhospiz die bundesweite Kampagne „Kinder-Lebens-Lauf“, mit welcher der Dachverband der deutschen Kinderhospizeinrichtungen auf Familien wie die von Dustin oder Angelina aufmerksam macht. Von Kinderhospiz zu Kinderhospiz wird die Fackel seit dem 4. Juni durch Deutschland getragen – von Wanderern, Radfahrern, per Boot, Flugzeug, Oldtimer oder wie heute mit einem Quad. Bis zum 13. Oktober, dem Welthospiztag, wird die Fackel nach über 100 Stationen wieder Berlin erreichen und anschließend zu den Abschlussfeierlichkeiten in den Europa-Park Rust gebracht.
„Es ist sehr bewegend zu sehen, wie viele Menschen die Idee des Kinder-Lebens-Laufs mobilisiert“, so Sabine Kraft. Hunderte Unterstützer haben ihre Solidarität mit den Betroffenen ausgedrückt, indem sie die Fackel ein Stück des Wegs getragen haben. In Deutschland gibt es weit über 40.000 Familien, die ein lebensverkürzend erkranktes Kind haben. „Unser Ziel ist es, gemeinsam mit allen Mitgliedern unseres Verbands, diese Menschen zurück zu holen in die Mitte der Gesellschaft!“, betont Kraft.
Dustins kleiner Bruder klettert fröhlich auf dem Quad herum. Als er seine Mama sagen hört, dass sie sich immer vorstelle, Dustin sei jetzt ein Stern, quietscht er: „Der ist doch kein Stern. Der ist mein super großer Bruder!“ Sie lachen beide. Die Fackel haben sie heute ein kleines Stück weit getragen – und damit ein großes Zeichen gesetzt.

Quelle: Pressemitteilung des Bundesverbandes Kinderhospiz vom 10.9.2018

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(6) Haus der kleinen Forscher fördert Bildung für nachhaltige Entwicklung<

„Aus welchen Materialien besteht mein Spielzeug? Wie und wo wurde es hergestellt?“ „Wie backen Menschen im Senegal ihr Brot?“ „Wie werden Dinge umweltschonend transportiert?“ Das sind Beispiele für das breite und spannende Themenspektrum einer frühen Bildung für nachhaltige Entwicklung (BNE). Orientiert an den globalen UN-Nachhaltigkeitszielen („Sustainable Development Goals“) hat BNE eine gerechtere, gesündere und ressourcenschonendere Welt zum Ziel.
Eine Welt, die Menschen nachhaltig gestalten, bedeutet, der gegenwärtigen Bevölkerung und folgenden Generationen ein gesundes und friedliches Leben zu ermöglichen. Frühe Bildung für nachhaltige Entwicklung befähigt Kinder, Auswirkungen ihres Handelns auf andere und auf die Natur zu erkennen und entsprechend reflektierte Entscheidungen zu treffen. In diesem Sinne hat die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ ihr Angebot um Bildung für nachhaltige Entwicklung ergänzt.
Früh nachhaltiges Denken und Handeln fördern: Viele globale Herausforderungen wie Klimawandel, Digitalisierung oder Migration haben direkte Berührungspunkte mit den Bildungsbereichen, die die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ als MINT-Bildungsinitiative bereits seit vielen Jahren fördert. MINT steht für Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik. „Wir arbeiten dafür, dass Kinder eine fragend-forschende Haltung verinnerlichen. Diese hilft ihnen dabei, eigenständig, neugierig, innovativ, kritisch und mutig zu werden – und zugleich nachhaltig zu denken und zu handeln“, so Michael Fritz, Vorstandsvorsitzender der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. Fach- und Lehrkräfte, die mit Kindern im Alter von drei bis zehn Jahren arbeiten, haben nun bundesweit die Möglichkeit, sich beim „Haus der kleinen Forscher“ zu BNE fortzubilden. Für Leiterinnen und Leiter von Kitas hat die Stiftung erstmals eine besondere Fortbildung entwickelt, die Aspekte wie Teamführung, Einrichtungsgestaltung und Zusammenarbeit mit Partnern aufgreift.
In den Fortbildungen lernen die Fach- und Lehrkräfte neben den Grundlagen der BNE geeignete Praxisideen und pädagogische Methoden kennen. Die Kita-Leitungen bekommen außerdem spezielle Anregungen für nachhaltiges Leitungshandeln sowie Orientierungshilfen zur Gestaltung von BNE-Projekten und zur Vernetzung im Sozialraum.
„Wie die MINT-Bildung legt Bildung für nachhaltige Entwicklung einen Grundstein für jedes pädagogische Denken und Handeln. Pädagoginnen und Pädagogen, die sich zu BNE fortbilden, tragen dazu bei, die Kinder und die Einrichtung gut auf zukünftige Anforderungen vorzubereiten“, sagt Ute Krümmel, BNE-Projektleiterin der Stiftung „Haus der kleinen Forscher“. „Die Evaluation unserer Modellphase zeigt, dass die Fortbildungen praxisnah und verständlich sind, für zahlreiche Aha-Erlebnisse sorgen und zudem einfach Spaß machen.“
Praxiserprobte Fortbildungen, Materialien und Online-Lernangebote: Die regionalen Netzwerkpartner der Stiftung bieten die neuen BNE-Fortbildungen mit dem Titel „Tür auf! – Mein Einstieg in Bildung für nachhaltige Entwicklung“ an. Hier finden Sie die lokalen Fortbildungsanbieter. Ab 2019 wird ein zweiter Teil „Macht mit! – Bildung für nachhaltige Entwicklung in der Praxis“ ins deutschlandweite Programm aufgenommen.
Neben diesen Fortbildungen bietet die Stiftung in ihrem kostenfreien Online-Campus Online-Kurse und Webinare zu BNE und Themen der Nachhaltigkeit an. Die Stiftung „Haus der kleinen Forscher“ hat zudem passende digitale Angebote direkt für Kinder, wie Apps und Lernspiele, entwickelt. Weitere Informationen unter: www.haus-der-kleinen-forscher.de/nachhaltigkeit

Quelle: Pressemitteilung der Stiftung Haus der kleinen Forscher vom 11.9.2018

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(7) Deutsches Kinderhilfswerk: Bessere Bildung durch Aufhebung des Kooperationsverbotes

Das Deutsche Kinderhilfswerk appelliert anlässlich der heutigen Vorstellung des OECD-Berichts „Bildung auf einen Blick 2018" an Bund, Länder und Kommunen, mehr Geld für die Bildung bereit zu stellen. „Bei der Bildungsfinanzierung ist insbesondere der Bund gefordert, der künftig zusätzliche Mittel in die Bildung investieren muss und Bildungsprojekte der Länder und Kommunen dauerhaft unterstützen sollte. Dafür muss das Kooperationsverbot in der Bildung endlich aufgegeben werden", betont Holger Hofmann, Bundesgeschäftsführer des deutschen Kinderhilfswerkes. „Der Bildungsbericht zeigt auf, dass es eine wesentliche Herausforderung des Bildungssystems bleibt, soziale und regionale Disparitäten zu verringern. Das können Länder und Kommunen nicht alleine stemmen. Gute Bildungschancen dürfen nicht vom Geldbeutel der Menschen oder ihrem Wohnort abhängig sein. Für ein hochwertiges, fl& auml;chendeckendes und soziales Bildungsangebot müssen Bund, Länder und Kommunen an einem Strang ziehen", so Hofmann weiter.
Der Bildungsbericht stellt fest, dass es trotz vieler bildungspolitischer Reformprojekte bisher noch immer nicht gelungen ist, Bildungsungleichheiten entscheidend zu verringern und konstatiert zugleich, dass die Kluft zwischen Personen, die ihre Bildungserfolge steigern können, und anderen, deren ungünstige Ausgangslagen langfristig nachwirken, größer werden könnte. „Deshalb fordert das Deutsche Kinderhilfswerk von Bund und Ländern eine gemeinsame, nachhaltige Strategie für die quantitativen und qualitativen Herausforderungen im deutschen Bildungssystem. Mit einem ,Weiter so' können die Zukunftsaufgaben im Bildungssystem nicht bewältigen werden. Bereits jetzt besteht bei der Modernisierung von Schulgebäuden ein massiver Investitionsstau in Milliardenhöhe. Mit den prognostizierten steigenden Schülerzahlen wird das Problem der maroden Schulen noch drängender. Gleichzeitig steht zu befürchten, dass die Qualit&a uml;t und die Bildungsgerechtigkeit weiter unter die Räder kommen, wenn wir nicht vehement gegensteuern", so Hofmann.
Schon die letzte PISA-Studie hatte die vorhandenen Schwachstellen in Bezug auf die Chancengerechtigkeit im deutschen Schulsystem aufgezeigt. Dem deutschen Bildungssystem gelingt es nach wie vor nicht, den kausalen Zusammenhang zwischen Elternhaus und Bildungskarriere aufzulösen. Das Deutsche Kinderhilfswerk vermisst zudem an vielen Stellen den politischen Willen, sich dem drängenden, strukturellen Problem der schlechten Bildungschancen von Armut betroffener Kinder in Deutschland anzunehmen. Zum Thema Bildungsgerechtigkeit hatte das Deutsche Kinderhilfswerk vor zwei Jahren den Kinderreport 2016 vorgestellt. Nach der dem Kinderreport zugrunde liegenden repräsentativen Befragung fordert eine sehr große Mehrheit der Bevölkerung in Deutschland umfangreiche Reformen im Bildungssystem, um von Armut betroffenen Kindern mehr Bildungschancen zu bieten. 93 Prozent der Befragten sind der Ansicht, dass dafür ein einheitliches Bildungssystem ohne deutliche Unterschie de zwischen den Bundesländern „sehr wichtig" oder „wichtig" ist. Als weitere wichtige Maßnahmen werden die spezielle Förderung von benachteiligten Kindern in Kitas und Schulen (95 Prozent), mehr Erzieherinnen und Erziehern sowie Lehrerinnen und Lehrer (95 Prozent), aktuelleres und besseres Lehrmaterial (92 Prozent) sowie geringere Kostenbeiträge für Kita und Schule und Kostenfreistellungen für Lernmaterial, Tagesverpflegung und Teilnahme an Sport und Kultur (92 Prozent) befürwortet.

Quelle: Pressemitteilung des Deutschen Kinderhilfswerkes vom 11.9.2018

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(8) Heyge-Stiftung fördert Entwicklung in Kindergärten: 2018/19 sind 170.000 Euro vorgesehen

„Musik ist ein wunderbares Mittel. Durch Musik kann ich alles vermitteln, aber es geht nicht um das einzelne Lied oder die Aktivität, sondern um die Haltung, die dahintersteht.“ Mit diesen Worten eröffnete die Stifterin Frau Dr. Lorna Heyge das Auftaktseminar des Weimarer Mentoring-Programms, welches vom 05. bis zum 08.09.2018 in der Notenbank in Weimar stattfindet.
Das Weimarer Mentoring-Programm unterstützt in diesem Jahr weitere sieben Kindergärten in vier Bundesländern dabei, Musik und musikalische Aktivitäten in den Alltag zu integrieren. Dafür werden Mentoren ausgebildet, die die Kindergärtnerinnen in den Einrichtungen anleiten, mit Hilfe der Musik die Gemeinschaft der Gruppen zu stärken. Zudem werden die Sprachentwicklung und die körperliche Selbstkontrolle der Kinder verbessert und die Potentiale der Kinder und der Gruppen gefördert. Mithilfe des Programms erlernen pädagogische Fachkräfte gemeinsam mit den Kindern ein musikalisches Repertoire einfacher Lieder, Tänze und (Bewegungs-) Geschichten. Diese Elemente integrieren sie regelmäßig und zunehmend selbständig in den Tagesablauf und üben damit positiven Einfluss auf das Geschehen in der Kindergruppe aus. Die Kinder erleben eine aktiv musizierende Umwelt und erhalten hierdurch eine positive Prägung. Da s Programm ist besonders hilfreich in Kindergärten an sozialen Brennpunkten und in Einrichtungen mit hohem Migrationsanteil.
Das Weimarer Mentoring-Programm existiert bereits seit 2016 und konnte z.B. auch im „Kinderland“ in Weimar-West Erzieherinnen helfen, mit mehr Musik den mitunter schweren Alltag zu meistern. In diesem Jahr stellt die gemeinnützige Heyge-Stiftung für die Entwicklung und Durchführung des Programms 170.000 Euro zur Verfügung. Damit fördert sie in acht Monaten über 600 Kinder und etwa 100 pädagogische Fachkräfte in sieben Kindergärten. Im vorigen Jahr kam das Mentoring vier Kindergärten mit 300 Kindern und 40 Erzieherinnen zugute. Diese Einrichtungen werden nun – zur Festigung und Etablierung des Gelernten – ein zweites Jahr begleitet.
Das Programm setzt kein musikalisches Vorwissen voraus, ist konzeptneutral, kann trägerübergreifend zur Anwendung kommen und eignet sich für jede Altersspanne von der Krippe bis zum Kindergarten (www.weimarer-mentoring-programm.de).

Quelle: Pressemitteilung der Heyge-Stiftung vom 5.9.2018

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