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Weltweit verlieren Millionen Menschen durch Migration, Flucht und Vertreibung ihren familiären Halt und ihr sicheres Bindungsgefüge. Getrennt von ihren sprachlichen und kulturellen Wurzeln, erleben sie in neuen Gesellschaften und Kulturen eine große Verunsicherung und einen hohen Anpassungsdruck. Zunehmend sind sie aggressiven Anfeindungen und Bedrohungen ausgesetzt. In seinem Vortrag in der Aula der RWTH entwickelte Brisch die Kernaussagen der Bindungstheorie - als Antwort auf die hochaktuelle Frage, wie Integration gelingen kann. 

Die frühe und sichere Bindung ist für das Überleben eines Säuglings von grundlegender Bedeutung. Genauso ist das Vorhandensein einer Bindungsperson „ein sicherer emotionaler Hafen" für einen hilfesuchenden Menschen. Ebenso wichtig wie Schutz, Nahrung und Kleidung sind die Zuwendung und die Empathie der Menschen in einem fremden Land. Oft genug sind dies als erstes ehrenamtliche Helfer, Sanitäter, Polizisten. „Eine sichere emotionale Bindung ist eine Grundvoraussetzung für das Gelingen jeder Integration. Wir müssen uns fragen, ob wir ein Land mit einem sicheren Bindungsangebot sein wollen", erklärte der Wissenschaftler: „Dann und nur dann kann Integration gelingen." 

Mit dem Vortrag des Bindungsforschers wolle der Verein einen Beitrag zur Frage leisten, wie Integration konkret vonstattengehen kann, erklärte die Vorsitzende Petra Weirauch-Schmachtenberg: „Aus unseren beruflichen Zusammenhängen wissen wir: Nur mit einem ausreichenden Maß an Zuwendung und Feinfühligkeit, mit Fürsorge und Verständnis schaffen wir eine emotionale Basis für die Menschen, die auf einer oft gefahrvollen Flucht vielfache Trennungserfahrungen machen mussten und traumatische Ereignisse erlitten haben. Eine Basis, die es erst ermöglicht, in einer für sie fremden Umgebung neue Erfahrungen zu machen, eine andere Sprache und Kultur zu erleben und zu erlernen." 

Fazit der Veranstalter: „Dieser Vortrag gehört in den Bundestag, damit die Abgeordneten eine wissenschaftlich basierte Grundlage für Entscheidungen in der Flüchtlingspolitik haben." Bei der Veranstaltung kamen fast 500 Euro zusammen. Damit will der Verein die Flüchtlingsarbeit im „Café Zuflucht" unterstützen.

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