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ab 07.07.2017

Interview mit Prof. Dr. Karl Heinz Brisch: Wie entsteht Urvertrauen bei Babys?

SAFE „Sichere Ausbildung für Eltern“ – unterstützt Eltern beim Aufbau von Urvertrauen und Bindung mit ihrem Kind.


Das Programm hat Prof. Dr. med. Karl Heinz Brisch entwickelt. Er leitet die Abteilung Pädiatrische Psychosomatik und  Psychotherapie an der Kinderklinik und Poliklinik im Dr. von Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München. Außerdem ist er Dozent am Psychoanalytischen Institut Stuttgart, publizierte zu Bindungsentwicklung von Risikokindern sowie zur klinischen Bindungsforschung. Ein Interview von Sandra Westermann.

Herr Professor Brisch, Wie verhalten sich Babys Fremden gegenüber?

Wenn Babys auf die Welt kommen, lassen sie sich von jedem auf den Arm nehmen. Sobald sie sechs bis acht Monate alt sind, ist es anders. Dann gucken sie kritisch, wenn jemand Fremdes kommt, dann wollen sie bei der Person sein, der sie sich bereits anvertraut haben.

Ist dies dann die Hauptbindungsperson?

Ja, das ist dann die spezifische, sichere Hauptbindungsperson. Bei dieser Person findet das Baby Schutz, Sicherheit und Geborgenheit. Es hat das Gefühl, es kann zu dieser Person gehen, wenn es Angst hat. Angst ist nicht angeboren. Angeboren ist nur das Bedürfnis nach Schutz und Sicherheit. Wo ein Baby das findet und bei wem, hat nicht zwangsweise etwas mit biologischer Verwandtschaft zu tun. Es braucht bestimmte Verhaltensweisen, jemanden, der die Signale des Babys richtig liest und sie richtig beantwortet. Wenn die Bindung sicher und das Urvertrauen hergestellt wurde, verinnerlicht dies das Baby im ersten Lebensjahr.

Besteht dieses Vertrauen in Menschen dann ein Leben lang?

Menschen, die dieses Vertrauen im ersten Lebensjahr verinnerlicht haben, vertrauen anderen für den Rest ihres Lebens. Sogar wenn das Vertrauen im späteren Leben gestört wird, so vertraut dieser Mensch dem nächsten wieder. Kinder mit einem gestörten Urvertrauen können das nicht.


Woran erkenne ich, dass die Bindung, das Vertrauen zu meinem Kind gestört ist?

Indem das Kind, wenn es in Not ist, gehemmt ist, sich ihnen anzuvertrauen. Es sucht keinen Körperkontakt. Babys mit Urvertrauen suchen Körperkontakt und Nähe.
(Quelle: 
http://journalistenakademie.de, Interview von Sandra Westermann)


Ganzes Interview lesen: Hier

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