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„Die Medizin steht am Abgrund. Arzneimittel werden von denen getestet, die sie Gewinn bringend verkaufen wollen. Ungünstige Ergebnisse verschwinden in der Schublade. Positive Daten gelangen aufpoliert und verfälscht in die Öffentlichkeit. Am Ende wissen weder Ärzte noch Patienten, welche Wirkung- en und Nebenwirkungen ein Medikament tatsächlich hat.

Ben Goldacre zeichnet in seinem neuen Buch ein düsteres Bild vom globalen Arzneimittelmarkt. Der Titel "Die Pharma-Lüge" klingt provokant – doch wer seine Thesen so kenntnisreich untermauert wie Goldacre, darf ruhig provo- zieren.

Auf rund 400 Seiten beschreibt der britische Arzt und Medizinjournalist fun- diert die Probleme bei der Medikamentenzulassung in Europa und den USA. Stets auch für Laien verständlich, gewährt er tiefe Einblicke in die verschie- denen Zulassungsprozeduren und in medizinische Studien. Er hinterfragt die bestehenden Richtlinien und Regeln und erklärt, warum die meisten nicht da- bei helfen, Ärzte und Patienten transparent über Arzneimittel zu informieren.

Das Hauptproblem sieht Goldacre in fehlenden Daten. Denn viele Studien wer- den zwar durchgeführt, ihre Ergebnisse aber nie veröffentlicht. Beson- ders oft trifft das auf Versuche mit negativem Resultat zu – etwa solche, die den Nutzen des getesteten Medikaments nicht belegen. Für die Medizin ist das fatal, argumentiert der Autor. Denn dadurch werde das Gesamtbild von Wirkungen und Nebenwirkungen verzerrt.
(Quelle: Spektrum.de, 08.10.2013, von Daniela Zelbig

 

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