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Allerdings gilt hier die Ausnahme-Regelung. Danach begrenzt die Richtlinie den notwendigen  Behandlungsumfang nur in der Regel.

Das Gericht stellte fest, dass die Richtlinie Ausnahmekonstellationen in Einzelfällen nicht ausschließe, in denen ein Behandlungsanspruch auch über die in der Richtlinie normierten Studenkontingent hinausgehen kann.
Beispielhaft gab das Gericht als Grund eine besondere Schwere der Erkrankung an. Es kann und ggf. muss sogar abgewichen werden, wenn es unabweisbar indiziert ist. Dann könne eine Therapienotwendigkeit auch lebenslang fortbestehen.

 

SG Marburg, 11.08.2014 - S 6 KR 47/11

Leitsatz:

1. Die Psychotherapie-Richtlinien konkretisieren den Behandlungsanspruch nach § 27 SGBV. Sie geben insoweit die grundsätzlichen Rahmenbedingungen, unter denen ambulante Psychotherapie stattfindet, wieder.

2. Die Psychotherapie-Richtlinien begrenzen den notwendigen Behandlungsumfang nur "in der Regel". Dies schließt Ausnahmekonstellationen in Einzelfällen nicht aus, in denen ein Behandlungsanspruch auch über die in den Richtlinien festgeschriebenen Grenzen hinausgehen kann.

3. Im vorliegenden Einzelfall ist aufgrund der Schwere der Erkrankung davon auszugehen, dass die Therapienotwendigkeit auch lebenslang fortbestehen kann.

Quelle: https://www.jurion.de/Urteile/SG-Marburg/2014-08-11/S-6-KR-47_11

 

Urteil mit Begründung, siehe Randziffern 51/52: Download

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