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Das größte Glück, unser Sonnenschein. Oder schlicht: der Mittelpunkt der Welt. Beschreiben Eltern, was ihre Kinder für sie bedeuten, reicht oft kein Superlativ aus. Wovon sie weniger reden, sind die Abgründe, in die sie eine Elternschaft stürzen kann. Niedergeschlagen, ausgelaugt und überfordert von der neuen Rolle überstehen manche Eltern nur mit Mühe die ersten Jahre mit ihrem Nachwuchs. In Mitleidenschaft gezogen werden aber nicht nur die Mütter. Zwar hat sich herumgesprochen, dass "Babyblues" und Wochenbettdepression viele Frauen nach der Geburt heimsuchen. Mittelfristig gefährdet sind aber vor allem die Väter.

"Mütter wie Väter haben es mit erheblichen Belastungen zu tun, und manche Formen der Elternschaft sind extrem stressig", sagt Kevin Shafer. Der Professor für Sozialarbeit hat gemeinsam mit Garrett Pace von der Universität Princeton mehr als 6000 Eltern untersucht und die Ergebnisse im Fachmagazin Social Work an diesem Freitag veröffentlicht. Besonderen Anforderungen sind demnach Männer in Patchwork-Familien ausgesetzt, die bis zu drei Rollen ausfüllen müssen - und sich um "deine, meine und unsere Kinder" kümmern. Ihr Risiko für Depressionen liegt um 57 Prozent über jenem von Eltern mit nur einer Rolle in der Familie. "Es gibt Vorstellungen und Normen für die Elternschaft, aber keine dafür, Stiefvater zu sein", sagt Shafer. "Sollte ich mich wie ein normales Elternteil verhalten, wie ein guter Freund - oder eher wie der coole Onkel?" Viele Väter seien unsicher, welche Position die richtige für sie ist. (Quelle: SZ Online vom 06.02.2015, von Werner Bartens)

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