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„Ich bin stolz auf unsere Schülerinnen und Schüler, die in den vergangenen Monaten so viele tolle Erfahrungen sammeln konnten", sagte Dr. Henrike Zilling und verkündete, dass B.A.S.E. auch in den kommenden Jahren in der Marienschule eine Zukunft habe und als integrativer Bestandteil in die Ausbildung aufgenommen werde. (Lea Velthuysen/ Fd) (Quelle: Marienschule- Limburg.de)

Die Aula der Marienschule ist an diesem Morgen bis auf den letzten Platz gefüllt. Die angehenden Heilpädagogen, Heilerziehungspfleger, Erzieher und Sozialassistenten der beruflichen Zweige der Marienschule haben eines gemeinsam – sie alle haben im zu Ende gehenden Schuljahr mit ihren Lehrekräften an einem einmaligen schulischen Pilotprojekt teilgenommen: B.A.S.E. Die Abkürzung steht für „Baby-Beobachtung im Kindergarten und in der Schule gegen Aggression und Angst zur Förderung von Sensitivität und Empathie". Basierend auf den Studien des amerikanischen Aggressionsforschers Henri Parsens, dass besonders Kinder, die in ihrer frühen Kindheit massiv auf Zurückweisung, Missachtung sowie mangelhaftes Einfühlungsvermögen gestoßen sind, zu Gewalt und Aggression neigen, hat der Münchner Bindungsforscher und Kinderarzt PD Dr. Karl Heinz Brisch das schulische Pilotprojekt B.A.S.E. ins Leben gerufen. Ziel des Projektes soll sein, die Empathiefähigkeit von Kindern zu fördern. Ein Jahr lang beobachteten Schüler und Studierenden der beruflichen Zweige einmal wöchentlich Babys, reflektierten das Verhalten der Säuglinge im Unterricht und diskutierten grundlegende Fragen der sozialen Interaktion. Wie verhalten sich Mutter und Säugling zueinander? Was möchte das Baby? Wie reagieren die Kleinen in verschiedenen Situationen? Warum verhält sich der Säugling so? Was für Außenstehende unscheinbar und einfach aussieht, hat einen anspruchsvollen wissenschaftlichen Hintergrund.
„Das Projekt setzt wirkungsvoll und vor allem grundsätzlich an", betonte Schulleiterin Dr. Henrike Zilling und erzählte begeistert, wieviel Energie und Herzblut in dem Projekt stecke. Die Marienschule ist bundesweit die erste Schule, die an dem B.A.S.E.-Projekt teilgenommen habe – und das Ergebnis ist überragend. Siebzehn Lehrkräfte haben sich zu B.A.S.E.-Mentoren ausbilden lassen – über Hundert Schülerinnen und Schüler sind jetzt qualifizierte B.A.S.E.-Gruppenleiter.

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Diplomsozialarbeiterin und B.A.S.E.-Trainerin Gabriele Huth-Schneider hat das Projekt ein Jahr lang an der Marienschule begleitet und zeigte sich glücklich, den Teilnehmern die Zertifikate überreichen zu dürfen. In den vergangenen Monaten hätten die Schüler und Studierenden wertvolle Erfahrungen im Umgang mit anderen Menschen gemacht und seien an ihren Erfahrungen gewachsen. „Empathie ist kognitiv mitfühlen zu können und sich nicht nur affektiv einzufühlen", erklärte Gabriele Huth-Schneider. Genau das hätten die Teilnehmer im vergangen Jahr gelernt. Das Engagement und die Empathie, die sie in der Schule beobachten konnte, seien außerordentlich gewesen. Auch PD Dr. med. Karl Heinz Brisch würdigte in einem Grußwort die großartige Bereitschaft der Lehrkräfte und der Schülerschaft, an dem Pilotprojekt teilzunehmen. Die umfassende Beteiligung unterstreiche die Bedeutung des Projekts und lasse ihn zuversichtlich die Zukunft blicken.

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