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  • Dem Hilfsfond für die Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs in der Familie geht das Geld aus.
  • Der Bund stellte 50 Millionen Euro zur Verfügung, Bayern 7,6 Millionen und Mecklenburg-Vorpommern eine Million - andere Bundesländer beteiligten sich nicht.
  • Von 1800 Anträge sind knapp 90 Prozent positiv entschieden, für diese Betroffenen seien bisher 14 Millionen Euro reserviert. 3900 Anträge seien noch in Bearbeitung.

Schon die Existenz seines Amtes zeigt, dass sich die Lage ein bisschen gebessert hat. Immerhin gebe es heute ein Bewusstsein für das Problem, für das er zuständig ist, sagt Johannes-Wilhelm Rörig, der Beauftragte der Bundesregierung für Fragen des sexuellen Kindesmissbrauchs: "Das Tabu ist aufgebrochen, die Sensibilität in der Bevölkerung ist gestiegen." So hat Anfang Mai eine Kommission zur Aufarbeitung von sexuellem Missbrauch ihre Arbeit aufgenommen (siehe Infokasten). Aber bei der Prävention und der Unterstützung für die Opfer, sagt Rörig, da hapere es immer noch - vor allem auch am Geld.

Seit Mai 2013 gibt es einen Hilfsfonds für die Opfer sexuellen Kindesmissbrauchs in der Familie. Er bezahlt Psychotherapie und andere Leistungen im Wert von bis zu 10 000 Euro pro Person, wenn die Krankenkasse nicht einspringt und der Betroffene die Voraussetzungen für Leistungen nach dem Opferentschädigungsgesetz (OEG) nicht erfüllt.

Ein Fonds mit 100 Millionen Euro war ursprünglich angekündigt, tatsächlich stellte der Bund 50 Millionen Euro zur Verfügung, der Freistaat Bayern 7,6Millionen, das Land Mecklenburg-Vorpommern eine Million. Die anderen Bundesländer beteiligten sich nicht. Am Dienstag hat der Missbrauchs- beauftragte Rörig nun einen öffentlichen Hilferuf ausgesandt: Dem Fonds gehe das Geld aus. Wie so oft bei heiklen Themen schieben sich die Institutionen gegenseitig die Verantwortung zu. Die Länder sehen den Bund in der Pflicht, der Missbrauchsbeauftragte Bund und Länder, und alle zusammen das Bundessozialministerium.
(Quelle: SZ online, vom 17.05.16, von Ruth Eisenreich, Berlin)

 

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