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RAMAT-GAN. Tiefe Wunden aus Kriegsereignissen, die Kinder in ihren ersten Lebensjahren wiederholt ertragen mussten, kann die Zeit nur selten heilen. Vielmehr entwickeln sich jeweils alterstypische Störungen, die sich mit der Zeit verändern. Deshalb fordern die Autoren einer israelischen Studie frühe Interventionen für Kinder aus Kriegsgebieten sowie eine individuelle Anpassung der Maßnahmen.

Immer häufiger sind unter den Patienten in Kinderarztpraxen auch Flüchtlingskinder aus Kriegsgebieten. Je nach Alter scheinen sich ihre traumatischen Erlebnisse in unterschiedlichen psychischen Störungen auszudrücken, legt eine israelische Studie nahe.

Galit Halevi und Kollegen von der Bar-Ilan-Universität in Ramat-Gan haben den Verlauf von Risiken und Resilienz von Kindern mit Kriegserlebnissen in einer prospektiven Längsschnittstudie über zehn Jahre hinweg untersucht und nach Prädiktoren für deren weitere Entwicklung gesucht (JCPP 2016; online 30. August). Dazu wurden 148 Kinder, die in Sderot, einer kleinen israelischen Stadt, 10 km von Gaza entfernt, jahrelang immer wieder Raketenangriffen ausgesetzt waren, mit 84 Kindern ohne Kriegserfahrung aus Tel Aviv zu drei Zeitpunkten verglichen: im Alter von 1,5–5 Jahren, im Alter von 5–8 Jahren sowie mit 9–11 Jahren.

Vier verschiedene Verläufe wurden dokumentiert: Kinder, die zu keiner Zeit Zeichen einer Traumatisierung erkennen ließen; Kinder, die früh pathologische Symptome zeigten, die später aber remittierten; Kinder, die zunächst Resilienz erkennen ließen, aber später pathologische Störungen entwickelten sowie Kinder, die über die ganzen zehn Jahre hinweg chronische Störungen hatten. Auch das Stresslevel der Mütter, ihr Verhalten gegenüber den Kindern sowie die Sozialkompetenz der Kinder wurden untersucht.
(Quelle: ÄrzteZeitung, vom 04.01.17, von Christine Starostzik) 


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