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Die Kasernen am Südrand von Eberswalde wurden einst von den Nazis erbaut. Bis zur Wende wohnten hier sowjetische Streitkräfte. Dann strich man die Mauern weiß und machte daraus ein Behördenzentrum. In Gebäudeteil 3 bis 8 ist das Landeskriminalamt Brandenburg untergebracht. Im dritten Stock sitzt Hauptkommissar Rainer Plath. Er durchforstet tagein tagaus Festplatten, Mobiltelefone und Tablets. Auf der Suche nach Bildern, deren Anblick weh tut: Kleine Mädchen mit gespreizten Beinen, Babys auf nackten Männerschößen, gefesselte Kleinkinder.

In Plaths Büro hängt der Elektrosmog in der Luft, man mag kaum einatmen. Vierundzwanzig Stunden am Tag, sieben Tage die Woche laufen die Computer auf Hochtouren. Sie kopieren, entschlüsseln und stellen gelöschte Dateien wieder her, suchen nach bekannten Abbildungen. Den qualvollsten Teil der Arbeit müssen aber Menschen machen.

In Eberswalde gibt es kein Programm, das zuverlässig nackte Haut auf Bildern erkennen kann. Danach müssen die Beamten selbst suchen. „Das kann einem schon nahe gehen“, sagt Plath, „vor allem wenn man selbst Kinder hat.“ Auf seinem Bildschirm werden fünfzig Bilder auf einmal angezeigt. Er guckt sie an, dann scrollt er nach unten zu den nächsten fünfzig Bildern. Auch die gelöschten Fotos muss er ansehen. Wenn er abends nach Hause geht, hat sich der Balken am rechten Rand des Bildschirms gerade mal um einen Zentimeter nach unten bewegt. Eine Millionen Bilder je Datenträger sind eine übliche Menge. Neulich brachten Polizeikollegen auch eine Festplatte mit 17 Millionen Fotos.
(Quelle: FAZ online - von Helene Bubrowski)

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