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ab 09.05.2016

Freunde sind wirksamer als Morphin

Es muss nicht mal eine ganz enge Beziehung sein: Ein großer Freundeskreis lindert Schmerzen und wirkt sich günstig auf Herz, Kreislauf und Immunsystem aus.


Freunde helfen nicht nur bei Umzug und Liebeskummer - sie sind auch wirksamer als Morphium. Wer Schmerzen hat, muss sich also nicht zwangsläufig bei der Produktpalette der Pharmaindustrie bedienen, sondern kann auf seine engsten Vertrauten setzen. Zwar macht das wohlige Gefühl, gut aufgehoben unter Freunden zu sein, den Griff zur Tablettenschachtel nicht in jeder Lebenslage überflüssig. Doch je größer das Netzwerk aus guten Bekannten ist, auf das man sich verlassen kann, desto mehr Schmerzen lassen sich aushalten, wie Forscher aus Oxford in der aktuellen Ausgabe des Fachmagazins Scientific Reports zeigen. Schmerzempfindlich sind demnach vor allem die Einsamen und Isolierten.

Die experimentellen Psychologen Katerina Johnson und Robin Dunbar haben die Schmerztoleranz von Freiwilligen untersucht und dabei festgestellt, dass Menschen mit einem großen Freundeskreis offenbar mehr körpereigene Endorphine ausschütten. "Endorphine sind die natürlichen Schmerzkiller unseres Körpers und geben uns dieses herrliche Gefühl des Wohlbefindens", sagt Johnson. "Sie sind aber auch als Botenstoffe eingebunden, wenn es um den Aufbau von Beziehungen geht - auch deswegen fühlen wir uns so gut, wenn wir unsere Freunde sehen und in Gemeinschaft Schönes erleben."
(Quelle: SZ online, 09.05.2016, von Werner Bartens)

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