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In mehr als 27.000 Fällen fand eine Beratung per Telefon, Chat oder E-Mail
statt. 14.400 von Gewalt betroffene Personen erhielten Unterstützung in
Form von Erstberatung, Krisenintervention, Information oder
Weitervermittlung.

Die Kontakt- und Beratungszahlen zeigen: Jeden Tag sind viele Frauen von
Gewalt betroffen. Das bundesweite Beratungsangebot ist daher dringend
erforderlich, um Frauen Hilfe und Unterstützung zu bieten.

Studien belegen: 35 Prozent aller Frauen haben schon einmal körperliche
und/oder sexuelle Gewalt erlitten, jede vierte Frau erlebt Gewalt durch
ihren Lebenspartner. Doch nur etwa 20 Prozent der Betroffenen wenden sich
an eine Unterstützungseinrichtung.

Insbesondere Beratungen, die in anderen Sprachen stattfanden, konnten
vielen Frauen weiterhelfen: Die Zahl der Beratungen mit Dolmetscherinnen
haben im Vergleich zu 2014 um beinahe 70 Prozent zugenommen, wobei
Polnisch und Arabisch am häufigsten nachgefragt wurden. Insgesamt wurde
über 900-mal in einer Fremdsprache beraten.

"Das Hilfetelefon informiert und berät in 15 Sprachen. Das ist einmalig
und bietet auch vielen gewaltbetroffenen Frauen, die kein oder nur wenig
Deutsch sprechen, einen zentralen Zugang zu Beratung und Hilfe", sagt Elke
Ferner, Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für
Familie, Senioren, Frauen und Jugend. "Daher spielt das Hilfetelefon auch
eine wichtige Rolle, wenn wir aktuell darüber sprechen, wie wir von Gewalt
betroffenen Frauen in Flüchtlingsunterkünften besseren Schutz und Zugang
zu Hilfsangeboten ermöglichen können."

"Immer mehr Frauen brechen ihr Schweigen, und das ist entscheidend, um
Hilfe zu erhalten", betont Helga Roesgen, Präsidentin des Bundesamtes für
Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben. "Das Hilfetelefon wird
gebraucht und hat einen festen Platz in der Beratungslandschaft in

Deutschland eingenommen. Es hilft auch dann, wenn andere Einrichtungen
nicht zu erreichen sind. Rund 40 Prozent der Beratungen fanden 2015 in den
Abend-, Nacht- und frühen Morgenstunden statt."

Frauen mit Behinderungen oder Beeinträchtigungen widmet der Jahresbericht
ein eigenes Kapitel. Sie sind Erhebungen zufolge doppelt so häufig von
geschlechtsspezifischer Gewalt betroffen. Das Hilfetelefon unterstützt sie
mit zielgruppenspezifischen Hilfsangeboten wie der Beratung in Deutscher
Gebärdensprache und in Leichter Sprache. 2015 wandten sich rund 1.700
Frauen mit Gewalterfahrung an das Hilfetelefon, die im Rahmen der
Beratungen über ihre Behinderung oder Beeinträchtigung sprachen. Seit dem
Start im März 2013 konnte das Hilfetelefon bereits vielen Frauen einen Weg
aus der Gewalt zeigen: Insgesamt verzeichnet das Beratungsangebot in den
drei Jahren seines Bestehens rund 155.000 Kontakte und 72.000 Beratungen.
Mehr als 43.000 von Gewalt betroffene Personen nutzten das Angebot und
ließen sich individuell beraten.
Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" ist rund um die Uhr an 365 Tagen im Jahr kostenlos unter der Telefonnummer 08000 116 016 und online unter www.hilfetelefon.de über den Termin- und Sofort-Chat sowie per E-Mail erreichbar. Mehr als 60 qualifizierte
Beraterinnen informieren und beraten gewaltbetroffene Frauen, Personen aus ihrem sozialen Umfeld und Fachkräfte - kostenlos, anonym, in 15 Sprachen sowie in Deutscher Gebärdensprache und in Leichter Sprache.

Das Hilfetelefon ist beim Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche
Aufgaben angesiedelt.

Weitere Informationen unter www.hilfetelefon.de

(Quelle: BMFSFJ Internetredaktion,Pressemitteilung Nr. 019/2016. Veröffentlicht am Mo 07.03.2016, Thema: Familie, Gleichstellung, Ministerium)

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