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Michaela Huber leitet eine Trauma-Fachgesellschaft. Die Expertin kennt die Problematik vieler Betroffener und Täter von sexueller Gewalt. Für ML mona lisa beantwortet die Therapeutin Fragen zum Thema:

ZDF: Was haben Sie als erstes gedacht, als Sie von dem Prozess-Ausgang gehört haben?

Michaela Huber: Das will ich hier lieber nicht sagen. Als zweites habe ich gedacht, das ist ja schnell gegangen, dass das Urteil so ausgefallen ist, dass es so schnell abgesprochen war. Dass er damit davon gekommen ist, dass er seinen Verteidiger das hat vorlesen lassen. Dass er nicht einmal dazu genötigt wurde, selber zu sagen, es tut ihm Leid. Das war schon allerhand.

ZDF: Was ist typisch an diesem Prozess?
Michaela Huber: Es gibt einiges, was untypisch ist. Zum Beispiel, dass im Vorfeld so deutlich über das Thema diskutiert worden ist. Das ist untypisch. Hier wird zum ersten Mal öffentlich diskutiert, was es bedeutet, wenn man solche Bilder hat und solche Bilder nutzt. Das ist immerhin etwas, wo wir sagen, ja, da sind wir gar nicht unzufrieden, dass das in der Öffentlichkeit mal diskutiert wird.

ZDF: Was wissen Menschen am wenigsten?

Michaela Huber: Am wenigsten wissen Menschen, was denen geschieht, die auf diesen Bildern dargestellt sind. Die werden nämlich in der Regel verführt, genötigt, gedemütigt, gequält bis hin zu gefoltert. Kinder, die in diesen Bildern oder Videos sind, werden in Positionen gebracht, wo sie ihre Geschlechtsteile exponieren müssen. Was zutiefst beschämend für sie ist. Die geheimsten Stellen werden da ausgeleuchtet und fotografiert. Jedes Kind spürt, das ist nicht in Ordnung. Irgendetwas geschieht mit mir, was überhaupt nicht gut ist.
(Quelle: ZDF - Mona Lisa, 07.03.15)

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