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Sehr gehrte Damen und Herren,
 
ich möchte Ihnen zu dem herausragenden Interview mit Karl-Heinz Brisch zu den Kinderkrippen Dank aussprechen (DIE ZEIT 4). Er hat die kritischen Bereiche sehr überzeugend auf den Punkt gebracht. Ich bin fast zu den selben Erkenntnissen wie er gelangt und habe in meinem Buch "die Psychoanalyse des Jungen" darüber berichtet.
 
Zwei Ergänzungen noch: Mir begegnen momentan viele Psychotherapieanfragen von Eltern mit Kindern, die viel zu früh in die Krippe gekommen sind, oft ganztägig im 4. Lebensmonat, so dass ihre frühen Abhängigkeitsbedürfnisse ungestillt geblieben sind. Oft haben sie jetzt Angststörungen, die Jungen erhalten die Diagnose „ADHS“ und bekommen Ritalin, obwohl dies besonders bei Angststörungen kontraindiziert ist.
Jungen profitieren zudem von der Kinderkrippe insgesamt weniger als Mädchen, darauf deuten alle nationalen und internationalen Analysen. Sichere Bindungsbeziehungen der Erzieherinnen zu den Mädchen traten weltweilt häufiger auf als zu den Jungen. Ich muss ja ausschließlich von Erzieherinnen sprechen, denn die Anzahl von Männern innerhalb der Krippenerziehung liegt unter einem Prozent. Das Verhalten der Jungen mit Bewegungsfreude, Balgen und Dominanzverhalten veranlasst viele Erzieherinnen zum frühzeitigen Intervenieren und Reglementieren, was Jungen als Zurückweisung erleben. Tragischer Weise treffen Jungen auch im Kindergarten und später in der Schule kaum auf Männer, die einerseits das explorierende und rivalisierende Verhalten der Jungen besser fördern, sie andererseits aber auch deutlich begrenzen können.Alle bisherigen Studien machen deutlich, wie wichtig Kenntnisse über Geschlechterdifferenzen bei Erzieherinnen sind und wie notwendig es für Jungen und Mädchen ist, dass künftig mehr Männer in der Früherziehung mitwirken.
 
Freundliche Grüße
 

Dr. Hans Hopf
Kinder- und Jugendlichen-Psychotherapeut Seebachweg 14
74395 Mundelsheim

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