ab 10.05.2017

"Wenn sich Eltern nicht in ihr Baby einfühlen können"

Das Forschungszentrum für Early-Life-Care in Salzburg untersucht, wie sich psychische Belastungen auf die Bindung zu Säuglingen auswirken.

Salzburg – Eine „sichere Bindung“ zwischen Eltern und ihrem Säugling ist die Grundvoraussetzungfür ein glückliches Leben – darin sind sich alle Experten einig. „Sicher gebundene Kinder können später Probleme besser bewältigen, sind ausdauernder, flexibler, empathischer und haben eine bessere Sprachentwicklung“, weiß der Münchner Kinder- und Jugendpsychiater Karl Heinz Brisch aus langjähriger Erfahrung. 

Aber wie können Eltern diese sichere Bindung zu ihrem Kind aufbauen? Woher sollen sie wissen, wie die vielfältigen Signale ihres Babys zu entschlüsseln sind? Als Antwort auf die große Unsicherheit junger Eltern hat Brisch schon vor Jahren das Programm Safe (Sichere Ausbildung für Eltern) entwickelt. In Kursen lernen Väter und Mütter, die Signale und Bedürfnisse ihres Kindes zu erkennen, richtig zu deuten und angemessen darauf zu reagieren. 

„In unserer bisherigen Forschung konnten wir zeigen, dass sich Eltern, die in ihrer Kindheit selbst schlechte Erfahrungen gemacht haben, nicht sehr gut in ihr Baby einfühlen können“, sagt Brisch. „Ihnen kann man aber durchaus helfen, wie das Münchner Safe-Projekt zeigt.“

Als Inhaber des weltweit ersten Lehrstuhls für Early-Life-Care und Leiter des gleichnamigen neuen Instituts an der ParacelsusPrivatuniversität in Salzburg will Brisch auf diesen Erkenntnissen aufbauen. Konkret soll in einer Längsschnittstudie bereits ab der Schwangerschaft untersucht werden, wie sich psychische Belastungen der (werdenden) Eltern – von Depressionen und Ängsten bis hin zu psychiatrischen Erkrankungen – auf den Umgang mit dem Säugling auswirken. 
(Quelle: Der Standard, 10.05.2017, von Doris Griesser) 


Ganzer Artikel: Download