ab 21.09.2015

Karl Heinz Brisch: Darf man Babys schreien lassen und kann man sie zu sehr verwöhnen?

Immer noch hört man, dass man Babys ruhig einmal schreien lassen sollte und immer noch geistert in deutschen Elternhäusern die Angst umher, ihr Neugeborenes zu sehr zu verwöhnen. Diese Befürchtung stammt aus der Nazizeit und ist unbegründet, sagt der Münchener Kinderpsychiater Karl Heinz Brisch, Kinder brauchen vielmehr Trost, Nähe und feinfühlige Eltern, die ihre Grundbedürfnisse erfüllen, damit sie sich gesund entwickeln können. Wenn dies nicht erfüllt ist, werden Babys anfällig, weniger belastbar und haben später im Leben mit vielen Nachteilen zu kämpfen.

Bindungsunsicherheit gilt als Risikofaktor für die psychische Entwicklung. Die Gruppe der unsicher gebundenen Kinder sind Belastungen nicht so gut gewachsen wie sicher gebundene Kinder. Weil sie keine Hilfe erfahren haben, ziehen sie sich zurück, versuchen Probleme alleine und ohne Hilfe zu lösen, überfordern sich damit und laufen Gefahr zu scheitern. Die Kinder entwickeln Krankheitssymptome wie Bauchweh oder Kopfweh, selbst im Erwachsenenalter treten unter Umständen noch psychische Probleme oder scheinbar unerklärliche Symptome als Langzeitfolgen auf“, sagt der Münchner Kinderpsychiater Karl Heinz Brisch.

Karl Heinz Brisch, Dr. med. habil., Privatdozent, ist Facharzt für Jugendpsychiatrie und Psychotherapie, Psychiatrie und Psychotherapie, Psychosomatische Medizin, Nervenheilkunde und Psychoanalyse. Er leitet als Oberarzt die Abteilung für Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie an der Kinderklinik und Poliklinik im Dr. von Hauner’schen Kinderspital der Ludwig-Maximilians-Universität München, ist Autor verschiedener Bücher zur Bindungsforschung und war viele Jahre lang für Deutschland Vorsitzender in der Gesellschaft für Seelische Gesundheit in der Frühen Kindheit (GAIMH).

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