ab 21.06.2014

Da kommt eine Lawine auf uns zu

Karl Heinz Brisch warnt vor den Folgen einer Politik, die aus Kostengründen ignoriert, was Kinder in Krippen, Kitas und Schulen wirklich brauchen. Der Psychiater und Oberarzt am Haunerschen Kinderspital in München forscht seit 20 Jahren über den Wert enger und sicherer Beziehungen für die menschliche Entwicklung.

Karl Heinz Brisch leitet als Oberarzt  die Pädiatrische Psychosomatik und Psychotherapie am Haunerschen Kinderspital der Ludwig-Maximilians- Universität München. Sein Forschungsschwerpunktist die frühe Eltern-Kind-Bindung. Seit Jahren fordert Brisch eine bessere Qualität der Krippenbetreuung.

SZ: Herr Brisch, eine Freundin erzählte hoch erfreut, dass sie einen Krippenplatz gefunden hat. Das sei für sie wie ein Sechser im Lotto.Würden Sie ihr gratulieren?

Karl Heinz Brisch:
Das kommt auf die Bedingungen an. Wie ist die Eingewöhnung und wie geht es der Mutter damit? Wie ist der Betreuungsschlüssel, gibt es Supervision und Begleitung für die Erzieher, damit das Baby gut gedeihen kann? Muss sie Sorge haben, dass das Kind unter deprivatorischen Bedingungen aufwächst? Das wäre nicht gut für die Entwicklung des Kindes und seines Gehirns und für alle damit verbundenen Fähigkeiten. Und es kommt darauf an, ob sie selbst und die Erzieherin gute Bindungsressourcen haben.

Das Intervieew führte Sabine Buchwald (Quelle: SZ -Landkreisausgaben, Bayern Region Seite 60, Samstag, 21. Juni 2014)

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